Der Flugbetrieb auf dem Flugplatz Kägiswil im Kanton Obwalden wird ab dem 9. Oktober bis mindestens 20. November 2026 vollständig eingestellt. Grund dafür sind fehlende rechtliche Voraussetzungen und geplante Bauarbeiten der Rega. Gleichzeitig laufen die Planungen für einen neuen zivilen Heliport, der künftig auch als Hauptsitz der Rega dienen soll.
Flugplatz Kägiswil stellt Betrieb vorübergehend ein
Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat die vorübergehende Einstellung des Flugbetriebs auf dem Flugplatz Kägiswil angeordnet. Der Baurechtsvertrag zwischen armasuisse und der Flugplatzgenossenschaft Obwalden (FGOW), der die Nutzung des Flugfelds und der Hangars ermöglicht, ist Ende September 2026 ausgelaufen und wurde bislang nicht verlängert.
Zudem ist das Umnutzungsverfahren für einen zivilen Flugbetrieb noch nicht rechtskräftig. Die FGOW hat gegen den Bauabschlag des BAZL vom 13. Juli 2026 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde eingereicht. Das Verfahren ist weiterhin hängig.
Bis zum 8. Oktober sind ausschliesslich Flüge erlaubt, die der Verlegung an einen anderen Standort dienen. Ab dem 9. Oktober muss der Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen vorerst bis zum 20. November vollständig ruhen. In diesem Zeitraum wird die Rega für ihren geplanten Neubau Profilstangen in Pistennähe aufstellen.
Gespräche über möglichen Weiterbetrieb
Die Bundesstellen haben der FGOW Gespräche über einen zeitlich begrenzten Weiterbetrieb in Aussicht gestellt. Ob der Flugplatz nach dem 20. November wieder genutzt werden kann, ist derzeit noch offen. Die Voraussetzungen und Bedingungen für eine mögliche Wiederaufnahme des Flugbetriebs sind Gegenstand der laufenden Verhandlungen.
Rega plant neuen Hauptsitz in Kägiswil
Die Rega muss ihren Standort am Flughafen Zürich aufgrund der geplanten Pistenumrollung bis Ende 2030 aufgeben. Als neuen Standort hat sie den ehemaligen Militärflugplatz Kägiswil in der Gemeinde Sarnen vorgesehen. Dort soll künftig ein ziviler Heliport entstehen, der den technischen Unterhalt der Helikopterflotte sowie den neuen Hauptsitz der Rega beherbergen soll.
Geplant ist ein Neubau mit einem Hangar und fünf Helikopter-Standplätzen. Hinzu kommt ein mehrstöckiger Verwaltungskomplex mit Einstellhalle. Der Heliport soll ausschliesslich für Werk- und Arbeitsflüge während der regulären Arbeitszeiten genutzt werden. Eine Rega-Einsatzbasis für Rettungsflüge ist am Standort nicht vorgesehen.
Langfristig könnte auf dem Gelände zudem eine Helikopterbasis für Arbeitsflüge der regional ansässigen Rotex Helicopter AG entstehen.
Öffentliche Auflage beginnt am 15. Oktober
Für das Rega-Projekt sind Anpassungen am Sachplan Verkehr, Teil Infrastruktur Luftfahrt (SIL), erforderlich. Der bestehende Sachplan ist noch auf die ursprünglich vorgesehene Umnutzung des ehemaligen Militärflugplatzes in ein ziviles Flugfeld ausgerichtet.
Das BAZL legt die Entwürfe zur Anpassung des SIL sowie das Gesuch der Rega ab dem 15. Oktober 2026 öffentlich auf. Die Unterlagen können während 30 Tagen, bis zum 16. November 2026, bei der Gemeindeverwaltung Sarnen eingesehen werden. Die Bevölkerung hat damit die Möglichkeit, im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens Stellung zu nehmen. Die Dokumente werden auch auf der Website des BAZL veröffentlicht.
Nach Abschluss der öffentlichen Auflage und der Anhörung der Behörden werden die Stellungnahmen ausgewertet. Anschliessend will der Bund die verschiedenen Interessen rund um den Flugplatz Kägiswil gesamthaft beurteilen und über das weitere Vorgehen entscheiden.






