Am Flughafen Zürich verkehren seit Anfang September zwei Shuttlebusse vollständig automatisiert und erstmals ohne Sicherheitsperson an Bord. Die Fahrzeuge werden stattdessen aus einer zentralen Leitstelle überwacht. Damit erreicht das seit März 2025 laufende Pilotprojekt der Flughafen Zürich AG mit Technologiepartner WeRide die Automatisierungsstufe Level 4.
Überwachung erfolgt aus einem Remote Cockpit
Die beiden automatisierten Shuttlebusse transportieren Mitarbeitende von Partnerfirmen auf einer definierten Strecke innerhalb des Flughafengeländes. Flugzeug-Rollwege werden dabei nicht gekreuzt. Die Fahrzeuge bewältigen die Fahrt selbstständig und werden aus einem sogenannten Remote Cockpit überwacht.
Mitarbeitende von Swissport und Krummen Kerzers übernehmen diese Aufgabe. Sie wurden für den Betrieb aus der Ferne ausgebildet und können bei Bedarf unterstützend eingreifen. Die bisherigen Sicherheitsfahrer wechseln damit von der direkten Begleitung im Fahrzeug zur Überwachung aus der Leitstelle.
Für den Flughafen Zürich könnte die Automatisierung künftig auch mit Blick auf den Fachkräftemangel an Bedeutung gewinnen. Laut dem Flughafen verändert sich durch die neue Technologie vor allem die Rolle der Mitarbeitenden. Eine Person soll künftig mehrere Fahrzeuge gleichzeitig überwachen können.

Mehr als 15’000 Kilometer im Testbetrieb
Seit Beginn des Pilotprojekts im März 2025 haben die beiden Shuttlebusse mehr als 15’000 Kilometer zurückgelegt. Dabei wurden Sicherheitsprozesse entwickelt sowie technische und operative Abläufe überprüft und weiterentwickelt.
Bei jeder neuen Projektetappe wurde zunächst eine Testphase ohne Fahrgäste durchgeführt. Erst danach konnten Mitarbeitende die automatisierten Shuttlebusse nutzen. Auch nach dem jüngsten Schritt auf Level 4 wird dieses Vorgehen beibehalten.
Die ersten Fahrten ohne Sicherheitsperson an Bord finden zunächst wieder ohne Fahrgäste statt. Der Flughafen rechnet damit, dass die Mitarbeitenden nach rund vier Wochen Testbetrieb wieder mit den vollständig automatisierten Shuttles befördert werden können.

Pilotprojekt läuft bis Ende 2026
Der Betrieb der beiden Shuttlebusse ist bis Ende 2026 vorgesehen. Ob das Innovationsprojekt mit den beiden Fahrzeugen darüber hinaus weitergeführt wird, soll gemeinsam mit den Projektpartnern geprüft werden.
Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt sollen unabhängig davon als Grundlage für weitere Anwendungen dienen. Der Flughafen Zürich will damit Erfahrungen sammeln, wie automatisierte Fahrzeuge unter den besonderen Sicherheits- und Betriebsbedingungen eines Flughafens eingesetzt werden können.






