Die FIFA zieht die umstrittenen Pläne zur Aufnahme von Investoren zurück. Verbandspräsident Gianni Infantino bestätigte das Ende des Projekts nach wachsender Kritik aus der Fussballwelt. Besonders die UEFA und weitere Kontinentalverbände hatten deutlichen Widerstand gegen den geplanten Verkauf kommerzieller Rechte angekündigt.
Laut GMX teilte die FIFA mit, dass der Vorschlag nicht weiterverfolgt werde. Präsident Gianni Infantino begründete die Entscheidung damit, dass die Diskussionen rund um das Projekt zu Spaltungen geführt hätten und deshalb nicht mehr dem ursprünglichen Ziel entsprächen.
Geplant war, über eine neue FIFA-Tochtergesellschaft namens FIFA Forward Enterprise (FFE) einen Teil der kommerziellen Rechte des Weltverbands zu vermarkten. Dazu hätten unter anderem Rechte im Zusammenhang mit der Fussball-Weltmeisterschaft gehören können. Die FIFA erhoffte sich dadurch Einnahmen in Milliardenhöhe.
Widerstand aus Europa und anderen Verbänden
Der Druck auf die FIFA war in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Besonders die europäische Fussball-Union UEFA stellte sich gegen die Pläne und drohte sogar mit Konsequenzen.
Die UEFA erklärte nach einem Dringlichkeitstreffen, dass keine Nationalmannschaft aus Europa an FIFA-Wettbewerben teilnehmen werde, solange die Vorschläge bestehen bleiben. Die Organisation kritisierte insbesondere, dass langfristige Rechte des Fussballs nicht an Investoren übertragen werden sollten.
Auch die nord- und mittelamerikanische Konföderation Concacaf sowie der asiatische Fussballverband AFC äusserten Bedenken. Der südamerikanische Verband Conmebol nahm zunächst keine klare Position ein, forderte jedoch weitere Informationen von der FIFA.
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Unterstützung für Infantino bröckelte
Neben der Kritik von aussen geriet Infantino auch innerhalb der FIFA unter Druck. Mehrere Personen aus seinem Umfeld äusserten Bedenken gegenüber dem geplanten Vorgehen.
FIFA-Betriebsdirektor Kevin Lamour warf der Führung vor, Mitarbeitende nicht ausreichend einbezogen zu haben. Zudem trat Carlos Cordeiro, ein hochrangiger Berater Infantinos und ehemaliger Präsident des US-Fussballverbands, aus Protest zurück.
Cordeiro kritisierte das Vorhaben öffentlich und bezeichnete einen möglichen Verkauf von Beteiligungen an der Weltmeisterschaft als schädlich für die Mitgliedsverbände und die langfristige Entwicklung des Fussballs.
Infantino will Dialog fortsetzen
Infantino erklärte nach der Rücknahme des Projekts, die FIFA wolle weiterhin den Fussball weltweit stärken und die Mitgliedsverbände unterstützen. Er betonte, dass die Umsetzung der Pläne ohnehin nur mit einer Mehrheit der Verbände möglich gewesen wäre.
Der FIFA-Präsident kündigte an, in den kommenden Wochen Gespräche mit den verschiedenen Interessengruppen zu führen. Ziel sei es, wieder mehr Einigkeit innerhalb des internationalen Fussballs herzustellen.
Weitere Kritik am FIFA-Präsidenten
Trotz der Aufgabe der Investorenpläne bleibt Infantino unter Beobachtung. Der britische Premierminister Andy Burnham sprach sich zuletzt für eine Ablösung des Schweizers an der FIFA-Spitze aus und bezeichnete ihn als ungeeignet für das Amt.
Auch aus der UEFA kamen weitere kritische Stimmen. UEFA-Vizepräsidentin Laura McAllister erklärte, der weltweite Widerstand gegen die Pläne müsse für die FIFA ein Signal sein, künftig stärker auf Spieler, Fans, Vereine und Funktionäre zu hören.
Zusätzlich steht Infantino wegen einer umstrittenen Entscheidung während der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko in der Kritik. Dabei ging es um die Aufhebung einer Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun, wodurch ein Einsatz im Achtelfinale möglich wurde.






