Der Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino nimmt zu. Nach dem gescheiterten Investorendeal und wachsender Kritik aus Europa geht der Weltfussballverband nun öffentlich in die Offensive. Die FIFA spricht von Desinformation und gezielten Versuchen, den Verband und seinen Präsidenten zu schwächen. Gleichzeitig werden neue Vorwürfe gegen Infantino öffentlich.
FIFA wehrt sich gegen Berichte und Vorwürfe
Die FIFA hat sich in der Nacht auf der Plattform X mit einer deutlichen Stellungnahme zu Wort gemeldet. Der Verband erklärte, es werde zunehmend versucht, die FIFA und ihren Präsidenten gezielt zu schwächen. Berichte, die unzutreffend oder irreführend seien, wolle die FIFA künftig unmittelbar zurückweisen.
Welche konkreten Medienberichte oder Personen damit gemeint sind, liess der Weltverband offen. Die FIFA sprach jedoch von unbelegten Behauptungen und nachweislich falschen Aussagen über den Verband und Infantino.
Laut GMX steht Infantino nach dem gescheiterten Investorendeal so stark unter Druck wie noch nie während seiner inzwischen mehr als zehnjährigen Amtszeit als FIFA-Präsident. Der Schweizer hatte den Verkauf von Anteilen an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren vorangetrieben. Nach massiver Kritik musste das Vorhaben bereits wenige Tage später aufgegeben werden.
Europäische Verbände erhöhen den Druck
Besonders deutlich fiel die Kritik aus Europa aus. Die UEFA stellte sich gegen die Pläne, während aus verschiedenen Ländern sogar Forderungen nach einem Rücktritt Infantinos laut wurden.
Zuletzt forderte der norwegische Fussballverband unter Präsidentin Lise Klaveness den sofortigen Rückzug des FIFA-Präsidenten. Nach Ansicht des Verbands habe Infantino das Vertrauen verspielt.
Auch andere europäische Verbände haben sich kritisch positioniert. Die Fussballverbände von England, Schweden, Wales und Serbien sollen dem FIFA-Präsidenten ihre Unterstützung entzogen haben. Zudem steht der Vorwurf im Raum, dass europäische Verbände im Extremfall FIFA-Wettbewerbe boykottieren könnten.
Die FIFA betont dagegen, dass Infantino über ein demokratisches Mandat verfüge. Meinungsverschiedenheiten über die strategische Ausrichtung des Weltverbandes dürften nach Ansicht der FIFA nicht dazu führen, dieses Mandat oder die Institution selbst zu untergraben.
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FIFA spricht von Desinformation
Der Weltverband erklärte, kritische Berichterstattung sei grundsätzlich legitim. Eine solche Prüfung dürfe jedoch nicht dazu führen, Tatsachen zu verdrehen oder unbelegte Vorwürfe als Fakten darzustellen.
Die FIFA bezeichnete es als unzulässig, Anschuldigungen und Andeutungen zu verbreiten, um Entscheidungen zu beeinflussen, die innerhalb der demokratischen Strukturen des Verbandes getroffen werden müssten.
Damit verschärft sich der öffentliche Konflikt zwischen der FIFA-Führung und ihren europäischen Kritikern. Ob sich die Auseinandersetzung auf die kommenden Entscheidungen und Wettbewerbe des Weltverbandes auswirkt, bleibt offen.
Neue Fragen zu Zahlungen an frühere UEFA-Mitarbeiterin
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt Infantino am Wochenende wegen seiner früheren Tätigkeit bei der UEFA. Bekannt wurde, dass der europäische Verband Ende 2011 einer ehemaligen Mitarbeiterin Infantinos eine Abfindung in sechsstelliger Höhe gezahlt und zudem die Kosten für ein Studium übernommen hatte.
Die UEFA erklärte, die Zahlungen hätten den damals geltenden Regeln für ausscheidende Mitarbeitende entsprochen. Die entsprechenden Vorschriften seien später, im Jahr 2016, verschärft worden.
Infantino hatte vor seiner Wahl zum FIFA-Präsidenten rund 16 Jahre bei der UEFA gearbeitet. Ein Bericht des «Telegraph» stellte die damalige schnelle berufliche Entwicklung der betreffenden Mitarbeiterin in den Mittelpunkt.
Infantino weist ein persönliches Interesse an ihrem beruflichen Aufstieg zurück. Eine FIFA-Mitteilung bezeichnete Vorwürfe eines unangemessenen Verhaltens oder eines Verstosses gegen Statuten und Vorschriften als verleumderisch.
Die Auseinandersetzung um die Führung der FIFA dürfte damit weitergehen. Während europäische Verbände zunehmend offen Kritik üben, versucht der Weltverband, die öffentliche Darstellung zu korrigieren und den Kurs der aktuellen Führung zu verteidigen.






