Feuerwerke zum Nationalfeiertag können für Vögel erhebliche Folgen haben. Eine Studie aus Basel zeigt, dass die Tiere nach den lauten Explosionen flüchten, Schlafplätze meiden und noch mehrere Tage später gestresstes Verhalten zeigen. Besonders betroffen sind Wasser- und Singvögel.
Feuerwerk löst starke Stressreaktionen bei Vögeln aus
Während viele Menschen die Feuerwerke zum 1. August als Tradition erleben, bedeuten die lauten Knalle für zahlreiche Tiere eine Belastung. Eine Studie zeigt, dass Vögel nach Feuerwerken ihre Schlafplätze verlassen, in Panik reagieren und ihren normalen Rhythmus verlieren können.
Laut GMX erklärte der Biologe Valentin Moser, dass man nach Feuerwerken häufig Vögel tagsüber schlafen sehe. Die Tiere versuchten dabei, den verlorenen Schlaf nachzuholen, indem sie mit dem Kopf im Gefieder ruhten.
Für die Untersuchung beobachtete Moser während seiner Zeit an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) über drei Winter hinweg das Verhalten von Vögeln im Basler Dreiländereck. Die Forschenden analysierten insbesondere Lachmöwen, erfassten aber auch weitere Wasser- und Singvogelarten.
Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin «Animal Behaviour» veröffentlicht. Sie zeigen, dass Feuerwerk nicht nur eine kurzfristige Störung verursacht, sondern die Tiere über mehrere Tage beeinflussen kann.
Vögel fliehen in der Nacht und verlieren ihre Ruheplätze
Besonders deutlich waren die Auswirkungen rund um Mitternacht während der Silvesternächte. Die Flugzeit der Lachmöwen nahm stark zu, nachdem Feuerwerkskörper in der Umgebung gezündet wurden. Die Tiere stiegen teilweise in grosse Höhen auf und zeigten klare Anzeichen von Stress.
Auch andere Wasservögel wie Enten und Schwäne verliessen ihre Aufenthaltsorte bereits nach den ersten Knallgeräuschen. Viele kehrten erst am folgenden Tag zurück. Selbst eigentlich tagaktive Singvögel reagierten in der Nacht mit panischem Flugverhalten.
Die Forschenden stellten fest, dass die Auswirkungen nicht nach wenigen Stunden verschwanden. In den Tagen nach einem Feuerwerk veränderte sich das Verhalten der Tiere weiterhin deutlich.
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Erholung dauert mehrere Tage
Besonders bei den Lachmöwen zeigte sich eine längere Belastung. Im Winter 2022/2023 befanden sich am 1. Januar mehr als 60 Prozent weniger Vögel am untersuchten Schlafplatz als noch am 27. Dezember. Erst nach mehreren Tagen normalisierte sich die Situation wieder.
Während der Covid-19-Pandemie wurden die geringsten Veränderungen festgestellt. In dieser Zeit wurde aufgrund der geltenden Einschränkungen deutlich weniger Feuerwerk gezündet.
Biologe Valentin Moser betont, dass Vögel grundsätzlich mit einzelnen Störungen umgehen können. Problematisch sei jedoch, dass Feuerwerke oft grossflächig stattfinden und die Tiere kaum Möglichkeiten hätten, in ruhigere Gebiete auszuweichen.
Auswirkungen auch am Nationalfeiertag ein Thema
Die Erkenntnisse der Studie betreffen nicht nur Silvester, sondern auch den Schweizer Nationalfeiertag am 1. August. Gerade in dicht besiedelten Gebieten können Feuerwerke für Tiere eine zusätzliche Belastung darstellen.
Für Vögel ist nicht nur die Lautstärke entscheidend. Auch Lichtblitze und die plötzlichen Bewegungen am Himmel können den natürlichen Orientierungssinn beeinträchtigen.
Tierschutzorganisationen empfehlen deshalb, Feuerwerke möglichst kurz zu halten und Rücksicht auf Tiere in der Umgebung zu nehmen. Besonders sensible Gebiete wie Gewässer, Wälder oder Brutplätze sollten möglichst geschont werden.






