Ein Ferrari, der keiner war
Was zunächst wie ein exklusiver Ferrari 360 Spider aussah, entpuppte sich für die Polizei in Elche als detailreiche Fälschung.
Der Fall sorgt in Spanien für Aufsehen – nicht nur wegen des nachgebauten Luxuswagens, sondern auch wegen der möglichen Straftat im Bereich des gewerblichen Eigentums.
Polizei greift nach Online-Inserat ein
Auslöser der Ermittlungen war eine Online-Anzeige aus Elche (Provinz Alicante). Ein Fahrzeug, das einem Ferrari 360 Spider ähnelte, wurde zu einem auffällig tiefen Preis angeboten.
Das weckte das Interesse der Cybercrime-Einheit der Polizei in Murcia.
Auffälligkeiten im Überblick:
- Deutlich unter Marktwert angeboten
- Verdacht auf Marken- und Produktfälschung
- Anzeige durch Privatperson aus Elche
Ein „Ferrari Made in Elche“
Die Ermittler stellten schnell fest: Das Fahrzeug war kein Original.
Stattdessen handelte es sich um eine aufwendig gebaute Replik eines Ferrari 360 Spider, der zwischen 1999 und 2005 produziert wurde und damals rund 160’000 Euro kostete.
Die Polizei beschrieb das Fahrzeug als:
„eine exzellente Nachbildung des Originalmodells“
Handarbeit mit Detailverliebtheit
Der Erbauer hatte offenbar ein umfassendes Eigenbauprojekt umgesetzt.
Dabei wurde ein eigenes Chassis verwendet, das nicht vom Original stammt. Anschliessend wurde die Karosserie mit Fiberglas-Elementen aufgebaut.
Besonders auffällig:
- Verwendung von Fiberglas-Karosserieelementen
- Nachgebildete Ferrari-Logos (inkl. „Prancing Horse“)
- Optische Annäherung an den 360 Spider bis ins Detail
- Fahrzeug wirkte auf Fotos nahezu originalgetreu
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Trotz Zulassung: Beschlagnahmung
Ein überraschender Aspekt des Falls: Das Fahrzeug war offiziell zugelassen und verfügte sogar über eine gültige Hauptuntersuchung.
Damit durfte es grundsätzlich im Strassenverkehr bewegt werden.
Trotzdem griff die Polizei ein und stellte das Fahrzeug sicher.
Der Besitzer wurde festgenommen.
Vorwurf: Verletzung gewerblichen Eigentums
Die Ermittler werfen dem Mann einen Verstoss gegen das gewerbliche Eigentum vor.
Im Mittelpunkt steht die unrechtmässige Nutzung geschützter Marken- und Designrechte.
Rechtlicher Hintergrund:
- Artikel 273 bis 277 des spanischen Strafgesetzbuchs
- Schutz von Marken, Designs und kommerziellem Eigentum
- mögliche mehrjährige Freiheitsstrafe
Im Unterschied zum klassischen Urheberrecht betrifft dieser Bereich vor allem wirtschaftlich genutzte Schutzrechte wie Markenidentität und Designschutz.
Online-Verkauf als Auslöser der Ermittlungen
Entscheidend für den Fall war offenbar der Versuch, das Fahrzeug online zu verkaufen.
Der ungewöhnlich niedrige Preis in Kombination mit dem Ferrari-Design führte dazu, dass Spezialisten der Cybercrime-Einheit aufmerksam wurden.
Ein Ferrari, der keiner sein durfte
Der Fall aus Elche zeigt, wie weitgehend authentisch wirkende Replikas heute sein können – und wie schnell sie rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Auch wenn das Fahrzeug technisch beeindruckend wirkte, endet die Geschichte nun vorerst bei der Polizei.






