Ein Anruf bei der Polizei. Ein Geständnis. Dann verschwindet der Verdächtige.
In der italienischen Stadt Piacenza hat sich am Freitag ein mutmasslicher Femizid ereignet, der das Land erneut erschüttert.
Eine 56-jährige Frau wurde tot in ihrer Wohnung gefunden. Ihr Ehemann wurde wenig später festgenommen.
Mann meldet Tötung telefonisch
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der 58-jährige Ehemann selbst die Einsatzkräfte alarmiert haben.
Der aus Nordmazedonien stammende Mann habe telefonisch angegeben, seine Ehefrau getötet zu haben.
Anschliessend flüchtete er.
Carabinieri und Feuerwehr rückten sofort zur Wohnung des Paares im sechsten Stock eines Mehrfamilienhauses in Piacenza aus.
Da sich die Eingangstür nicht öffnen liess, verschafften sich die Einsatzkräfte über den Balkon Zugang zur Wohnung.
Dort fanden sie die leblose 56-Jährige.
Festnahme nahe Friedhof
Der mutmassliche Täter war zunächst verschwunden.
Wenig später konnten ihn die Carabinieri jedoch in der Nähe des Friedhofs von Piacenza festnehmen.
Der Mann wurde in Gewahrsam genommen.
Die Ermittlungen zu Motiv und genauen Umständen der Tat laufen derzeit weiter.
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Familie mit Kindern
Italienische Medien berichten, dass das Paar offenbar Kinder hatte.
Weitere Details zur familiären Situation wurden bislang nicht offiziell bestätigt.
Italien kämpft weiter gegen Femizide
Der Fall sorgt in Italien erneut für Diskussionen über Gewalt gegen Frauen.
Das Land wurde in den vergangenen Jahren immer wieder von schweren Femiziden erschüttert.
Erst im vergangenen Jahr verabschiedete das italienische Parlament ein Gesetz, das Femizid als besonders schweres Verbrechen einstuft.
Für Täter kann lebenslange Haft verhängt werden.
Erschreckende Zahlen
Laut der nationalen Beobachtungsstelle gegen Femizid «Non una di meno» wurden im vergangenen Jahr registriert:
- 84 Femizide
- mindestens 78 versuchte Femizide
Frauenrechtsorganisationen fordern seit Jahren schärfere Schutzmassnahmen und schnellere Interventionen bei häuslicher Gewalt.






