Der Ruhestand wird länger – aber reicht das Geld?
Die Menschen in der Schweiz leben immer länger. Was medizinisch und gesellschaftlich ein Erfolg ist, stellt viele bei der Altersvorsorge vor eine grosse Herausforderung.
Eine neue Studie zeigt: Viele unterschätzen, wie teuer ein sehr langer Ruhestand tatsächlich werden kann.
Lebenserwartung steigt deutlich
Seit der Einführung der AHV im Jahr 1948 hat sich die Zeit nach der Pensionierung stark verlängert.
Heute können 65-Jährige durchschnittlich mit folgenden weiteren Lebensjahren rechnen:
- Frauen: rund 23 Jahre
- Männer: über 20 Jahre
Zum Vergleich:
- Frauen 1948: etwa 14 Jahre
- Männer 1948: rund 12 Jahre
Doch der Durchschnitt zeigt nicht das ganze Bild.
Gemäss der Studie der Hochschule Luzern (HSLU) erreicht heute etwa jede zweite 65-jährige Frau das Alter von 90 Jahren. Bei Männern wird rund jeder zweite mindestens 87 Jahre alt.
Der unterschätzte Fehler bei der Rentenplanung
Viele Menschen richten ihre finanzielle Planung an der durchschnittlichen Lebenserwartung aus.
Genau darin sehen die Experten ein Risiko.
Denn wer länger lebt als erwartet, benötigt zusätzliches Geld für:
- Lebenshaltungskosten
- Wohnen
- Gesundheit
- Pflege
- Betreuung
Die Studie zeigt: Schon wenige zusätzliche Jahre können eine grosse finanzielle Belastung darstellen.
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Millionenlücke bei langem Leben
Die Hochschule Luzern hat verschiedene Szenarien berechnet.
Bei einer Person mit mittlerem Einkommen kann die Finanzierungslücke zwischen Renteneinnahmen und Ausgaben deutlich wachsen:
- Lebensdauer bis 85 Jahre: tiefere Finanzierungslücke
- Lebensdauer bis 90 Jahre: rund ein Viertel mehr Kapitalbedarf
- Lebensdauer bis 100 Jahre: Finanzierungslücke rund 80 Prozent grösser
Studienleiterin Anina Hille warnt davor, die finanziellen Folgen eines sehr langen Lebens zu unterschätzen.
Nicht nur die Anzahl Jahre zählt
Ein weiterer Punkt wird laut den Forschenden oft vergessen: Ein längeres Leben bedeutet nicht automatisch ein gesundes Leben.
Mit zunehmendem Alter steigen häufig die Kosten für:
- medizinische Behandlungen
- Pflegeleistungen
- betreutes Wohnen
- Unterstützung im Alltag
Diese Ausgaben können die Altersvorsorge zusätzlich belasten.
Früh vorsorgen wird wichtiger
Die Experten empfehlen, sich frühzeitig mit der eigenen finanziellen Situation auseinanderzusetzen.
Wichtige Punkte für die Planung:
- persönliche Lebenserwartung realistisch einschätzen
- zusätzliche Rücklagen aufbauen
- Gesundheits- und Pflegekosten berücksichtigen
- Vorsorge regelmässig überprüfen






