Die Bundesanwaltschaft (BA) hat Anklage gegen eine frühere Compliance-Mitarbeiterin der Credit Suisse erhoben. Im Zentrum stehen Millionentransaktionen aus Mosambik, die Teil des international bekannten Mosambik-Schuldenskandals waren. Auch die Rolle der UBS, welche die Credit Suisse übernommen hat, wird nun geprüft.
Hintergrund: Milliardenkredite an Mosambik
Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit den Kreditvergaben an mosambikanische Staatsunternehmen, die später als Mosambik-Schuldenskandal bekannt wurden. Dabei ging es um Kredite von insgesamt über zwei Milliarden US-Dollar, die zwischen 2013 und 2016 durch die damalige Credit Suisse ermöglicht wurden.
Die Bundesanwaltschaft wirft dem früheren Finanzinstitut sowie der heutigen UBS organisatorische Mängel vor, da sie die mutmasslichen Straftaten nicht verhindert hätten.
Millionen aus Mosambik flossen über CS-Konten
Im Jahr 2016 gingen rund 7,86 Millionen US-Dollar auf einem Konto einer ausländischen Gesellschaft bei der Credit Suisse ein. Diese Firma war offiziell im Bereich Vermögensverwaltung und Unternehmensberatung tätig – mutmasslich jedoch tief in die Geldflüsse rund um die Mosambik-Kredite eingebunden.
Die Bundesanwaltschaft vermutet, dass die Gelder Teil einer sogenannten „Running Fee“ waren – angebliche Dienstleistungen rund um die Kreditvergabe, die jedoch auf Korruption, Bestechung und ungetreue Amtsführung zurückgehen sollen.
Kurz nach dem Zahlungseingang wurden rund 7 Millionen US-Dollar an Konten in den Vereinigten Arabischen Emiraten überwiesen.
Compliance-Mitarbeiterin empfahl Saldierung statt Meldung
Die Angeklagte war federführend an der internen Beurteilung der verdächtigen Transaktionen beteiligt.
Laut Anklageschrift soll sie:
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trotz klarer Warnsignale
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trotz Hinweisen auf deliktische Herkunft der Gelder
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keine Meldung an die schweizerische Geldwäscherei-Meldestelle (MROS) empfohlen haben
Stattdessen habe sie vorgeschlagen, die gesamte Geschäftsbeziehung zu saldieren.
In der Folge wurden im Herbst 2016 weitere Gelder in Höhe von:
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609’000 US-Dollar
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28’000 Schweizer Franken
ins Ausland transferiert – laut BA mutmasslich verbrecherischer Herkunft.
Schweizer Behörden reagierten spät
Erst 2019, nach Beginn eines Verfahrens durch das US-Justizministerium (DoJ), reichte die Credit Suisse eine Meldung wegen Verdachts auf Geldwäscherei bei der MROS ein.
Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft begannen 2020. Die nun am 25. November 2025 eingereichte Anklage schliesst einen zentralen Teil der Untersuchungen ab.
Ein weiteres Strafverfahren gegen zwei natürliche Personen läuft derzeit weiter.










