Der frühere Manchester-City-Vorsitzende David Bernstein fordert nach dem Schuldspruch wegen Verstössen gegen Finanzregeln eine harte Strafe. Auch Roy Keane und Sportministerin Lisa Nandy äussern sich kritisch.
Nach dem Schuldspruch der Premier League gegen Manchester City wegen Verstössen gegen die Finanzregeln hat der frühere Club-Boss David Bernstein einen Zwangsabstieg gefordert. «Wenn sich all das bestätigt und die Berufung scheitert, kann Manchester City nicht in der Premier League bleiben. Der Club muss eine schwere Strafe erhalten, die ihn aus der Premier League entfernt», sagte Bernstein dem britischen Sender BBC.
Eine unabhängige Kommission hatte den englischen Spitzenclub wegen Verstössen gegen die Finanzregeln der Premier League zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18 für schuldig befunden. Manchester City soll dabei unter anderem «Scheinverträge» mit Geschäftspartnern genutzt haben, um Finanzierungen in Höhe von mehr als 830 Millionen britischen Pfund zu verschleiern. Der Club kann gegen die Entscheidung Berufung einlegen.
Ex-City-Boss fordert Konsequenzen
Laut GMX könnte Manchester City bei einer Bestätigung des Schuldspruchs mit erheblichen Sanktionen konfrontiert werden. Möglich wären unter anderem ein deutlicher Punktabzug oder weitere sportliche Strafen. Über die konkrete Sanktion ist bislang noch nicht entschieden.
Bernstein, der Manchester City von 1998 bis 2003 als Vorsitzender führte und seit Jahrzehnten Fan des Vereins ist, hält eine Geldstrafe allein nicht für ausreichend. «Die Sanktionen dürfen sich nicht auf Geld beschränken. Geld bedeutet den Eigentümern aus Abu Dhabi nicht viel», sagte der 83-Jährige.
Für Bernstein geht es dabei auch um die Glaubwürdigkeit der englischen Liga. Die Premier League habe von über Jahre hinweg vorgelegten falschen Unterlagen und einem bestimmten Verhaltensmuster gesprochen. Dies sei «geradezu unglaublich», erklärte der frühere Club-Vorsitzende.
Manchester City weist Vorwürfe zurück
Manchester City hat seine Unschuld bislang beteuert. Geschäftsführer Ferran Soriano bezeichnete den Schuldspruch als Ergebnis einer «Verschwörungstheorie der Premier League».
Der Club gehört seit 2008 Scheich Mansour aus der Herrscherfamilie von Abu Dhabi. Die Finanzvorwürfe beziehen sich auf einen Zeitraum, der mehrere Jahre vor der aktuellen sportlichen Ära des Vereins liegt.
Bis zur Entscheidung über eine mögliche Berufung bleibt offen, welche konkreten Folgen der Schuldspruch für Manchester City haben wird. Der Verein hatte bis Freitag Zeit, gegen die Entscheidung vorzugehen.
Auch Roy Keane und Ministerin reagieren
Nicht nur Bernstein äusserte sich deutlich. Auch der frühere Manchester-United-Kapitän Roy Keane reagierte kritisch auf den Schuldspruch.
«Wenn ich Spieler wäre, würde ich diese Medaillen zu 100 Prozent in die Tonne werfen», sagte Keane beim britischen Sender ITV Sport. Er bezeichnete das Vorgehen als Betrug und erklärte, die Verantwortlichen hätten gewusst, dass sie damit anderen schaden würden.
Auch die britische Sportministerin Lisa Nandy bezeichnete den Fall als «äusserst ernst». Der Bericht der Premier League sei in seiner Deutlichkeit «erschütternd», sagte sie.
Damit steht Manchester City nicht nur sportlich, sondern auch institutionell unter erheblichem Druck. Die weitere Entwicklung hängt nun insbesondere vom möglichen Berufungsverfahren und der späteren Entscheidung über die Sanktionen ab.






