Komplettausfall im internationalen Bahnverkehr
Der internationale Bahnverkehr zwischen Grossbritannien und dem europäischen Festland ist am Dienstag vollständig zum Erliegen gekommen. Eurostar hat alle Verbindungen für den heutigen Tag gestrichen, betroffen sind die Strecken zwischen London, Paris, Brüssel und Amsterdam.
Grund sind schwerwiegende technische Störungen im Kanaltunnel, die einen sicheren Betrieb derzeit unmöglich machen.
Bahngesellschaften reagieren mit Notmassnahmen
Die britische Bahngesellschaft LNER teilte mit, dass gestrandete Reisende nicht im Stich gelassen werden sollen. Fahrgäste, die ihre Reise in London King’s Cross abbrechen mussten, dürfen kostenlos mit dem nächsten verfügbaren LNER-Zug zu ihrem Heimatbahnhof zurückkehren.
Zudem können Kundinnen und Kunden, die ihre Eurostar-Reise verschieben, ihr bestehendes LNER-Ticket für Fahrten am selben Tag weiterhin nutzen.
Alternative Routen über Fähren und LeShuttle
Während der Bahnverkehr stillsteht, melden andere Verkehrsträger zusätzliche Kapazitäten. Laut BBC.com erklärten die Verantwortlichen des Hafens von Dover, dass Fährbetreiber zwischen Dover und Calais freie Plätze für zusätzliche Passagiere haben.
Gleichzeitig kommt es auch beim LeShuttle zu erheblichen Verzögerungen. Die Abfahrten von Calais nach Folkestone verspäten sich aktuell um rund drei Stunden, in der Gegenrichtung sogar um bis zu dreieinhalb Stunden. LeShuttle transportiert Personen und Fahrzeuge durch den Eurotunnel und ist unabhängig vom Eurostar-Betrieb.
Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
imTicker auf WhatsApp abonnieren
Gestrandete Fahrgäste klagen über fehlende Informationen
An den Bahnhöfen und Terminals ist die Verunsicherung gross. Reisende berichten, dass sie über Stunden kaum Informationen erhalten hätten. In St. Pancras International wurden die Fahrgäste per Durchsage auf Englisch und Französisch darüber informiert, dass alle Eurostar-Züge gestrichen seien und Umbuchungen notwendig würden.
Viele hoffen dennoch auf kurzfristige Lösungen. Die Atmosphäre gilt als angespannt, aber ruhig. Auffällig ist der solidarische Umgang unter den Reisenden: Jüngere Fahrgäste helfen weniger technikaffinen Personen bei der Online-Umbuchung ihrer Tickets.
Ausblick ungewiss
Bislang ist unklar, wann der Betrieb im Kanaltunnel wieder aufgenommen werden kann. Eurostar rät allen Betroffenen, ihre Reisen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben und sich regelmässig über offizielle Kanäle zu informieren.
Für Tausende Reisende bedeutet der Tag vor allem eines: Warten, Umplanen und Geduld.










