Die europäischen Grossbanken dürften im zweiten Quartal erneut höhere Gewinne ausweisen. Analysten rechnen dank stabil hoher Zinsen, wachsendem Kreditgeschäft und einem starken Handels- sowie Investmentbanking mit einem deutlichen Gewinnanstieg. Besonders im Fokus stehen dabei die UBS, die Deutsche Bank und UniCredit.
Zinsen und Handelsgeschäft treiben die Ergebnisse
Nach den starken Quartalszahlen der grossen US-Banken blicken Investoren nun auf die europäischen Finanzinstitute. Analysten erwarten für das zweite Quartal einen durchschnittlichen Anstieg des Vorsteuergewinns um rund elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Laut Prognosen von Goldman Sachs profitieren die Banken von höheren Kreditvolumen, verbesserten Zinsmargen sowie tieferen Kosten. Auch die erhöhte Marktvolatilität infolge des Iran-Konflikts sorgte für mehr Aktivität im Handelsgeschäft und stützte die Erträge im Investmentbanking.
Den Auftakt der Berichtssaison machen am Mittwoch UniCredit und Santander. Am Donnerstag folgt BNP Paribas. In der kommenden Woche veröffentlichen unter anderem UBS, Barclays, BBVA und die Deutsche Bank ihre Quartalsergebnisse.
Europäische Banken bleiben hinter US-Konkurrenz
Trotz der positiven Entwicklung bleiben Europas Banken insbesondere im Investmentbanking hinter den grossen US-Instituten zurück.
Während die Volatilität an den Finanzmärkten das Handelsgeschäft belebte und Fusionen sowie Börsengänge zusätzliche Einnahmen brachten, profitierten US-Banken stärker vom dynamischen Heimatmarkt. JPMorgan Chase erzielte im vergangenen Quartal einen Rekordgewinn von 21,2 Milliarden US-Dollar.
Für die UBS erwarten Analysten von Morgan Stanley im Investmentbanking einen Ertragsanstieg von rund 21 Prozent. Bei BNP Paribas wird ein Plus von sieben Prozent prognostiziert, bei Société Générale rund zwei Prozent. Mehrere US-Grossbanken steigerten ihre Einnahmen im Investmentbanking hingegen um mehr als 30 Prozent.
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UBS und Deutsche Bank im Fokus der Anleger
Besondere Aufmerksamkeit gilt der UBS, die ihre Quartalszahlen am 29. Juli präsentiert. Analysten sehen zwar eine solide Geschäftsentwicklung, verweisen jedoch auf Unsicherheiten im Zusammenhang mit den geplanten strengeren Eigenkapitalvorschriften in der Schweiz. Morgan Stanley empfiehlt deshalb bei der UBS derzeit Zurückhaltung.
Ebenfalls am 29. Juli legt die Deutsche Bank ihre Zahlen vor. Analysten rechnen mit Erträgen von rund 8,1 Milliarden Euro und einem Vorsteuergewinn von etwa 2,3 Milliarden Euro. Unter dem Strich dürfte das grösste deutsche Geldhaus rund 1,38 Milliarden Euro verdient haben.
Vorstandschef Christian Sewing hält an seinen langfristigen Zielen fest. Bis 2028 soll die Eigenkapitalrendite auf über 13 Prozent steigen, während die jährlichen Erträge rund 37 Milliarden Euro erreichen sollen.
Bankenbranche profitiert von Erholung
Die Profitabilität europäischer Banken hat sich seit mehr als zwei Jahren deutlich verbessert. Höhere Zinsmargen und vergleichsweise geringe Kreditausfälle haben wesentlich dazu beigetragen.
Der EuroStoxx Banks Index hat sich in den vergangenen zwei Jahren ungefähr verdoppelt und den höchsten Stand seit der Finanzkrise 2007/2008 erreicht.
Zusätzlichen Rückenwind könnte die Branche durch Pläne der EU-Kommission erhalten. Diese will Hindernisse für grenzüberschreitende Bankenfusionen abbauen und den politischen Einfluss auf Übernahmen verringern. Gleichzeitig bleiben Risiken bestehen. Eine schwächere Konjunktur sowie mögliche steigende Kreditausfälle könnten die weitere Entwicklung bremsen.
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