Die Lage spitzt sich weiter zu.
In der sizilianischen Gemeinde Niscemi breitet sich eine massive Erdrutschfront aus.
Hunderte Familien mussten ihre Häuser verlassen.
Ganze Stadtteile geräumt
In Niscemi in der Provinz Caltanissetta hat sich die Erdrutschfront in den vergangenen Stunden weiter ausgeweitet. Ganze Stadtteile – darunter Sante Croci, Trappeto und Via Popolo – wurden vollständig evakuiert. Rund 300 Familien, insgesamt etwa 1.000 Menschen, mussten ihre Wohnungen verlassen und wurden in andere Unterkünfte sowie in eine Sporthalle gebracht.
Laut ANSA.it arbeiten Gemeinde, Präfektur und Katastrophenschutz eng zusammen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.
Mehrere Hauptverkehrsachsen, darunter die Provinzstrassen SP 10 und SP 12, sind gesperrt. Auch die Zufahrten zur Staatsstrasse Gela–Catania wurden durch den Erdrutsch blockiert.
Schulen geschlossen, Sperrzone eingerichtet
Die Schulen bleiben vorerst geschlossen. Bürgermeister Massimiliano Conti koordiniert den Einsatzstab im Rathaus und steht in ständigem Kontakt mit den regionalen und nationalen Katastrophenschutzbehörden sowie der Präfektur Caltanissetta.
Nach Angaben des Bürgermeisters erstreckt sich die Erdrutschfront inzwischen über eine Länge von mindestens vier Kilometern. Eine Sperrzone wurde eingerichtet, in die betroffene Familien vorerst nicht zurückkehren dürfen. Die Regionalregierung bereitet die Ausrufung des Katastrophenzustands vor.
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Einsatz von Drohnen und Feuerwehr geplant
Zur Überwachung der Lage sind mehrere Drohnen im Einsatz, die die weitere Bewegung der Erdmassen dokumentieren. Zusätzlich ist ein Hubschraubereinsatz der Feuerwehr vorgesehen, um sich ein umfassendes Bild der Situation zu verschaffen.
Der stellvertretende Bürgermeister Pietro Stimolo bestätigte, dass sich die Front weiter ausdehnt. Der Präsident des Freien Konsortiums Caltanissetta, Walter Tesauro, erklärte, man prüfe alternative Verkehrsführungen. Derzeit ist lediglich die Provinzstrasse 11 noch befahrbar.
Angst unter den Evakuierten
Viele Betroffene zeigen sich tief verunsichert.
Ein Evakuierter sagte: „Wir fürchten um uns und unsere Häuser. Wir wissen nicht, wie es weitergeht.“
Zahlreiche Familien verbrachten die Nacht bei Verwandten oder in Notunterkünften.
Zivilschutz beobachtet Unwetterlage
Der italienische Zivilschutz beobachtet weiterhin die Folgen der schweren Unwetter, die in den vergangenen Tagen mehrere Regionen Süditaliens getroffen haben. Für den heutigen Vormittag ist eine Lagebesprechung im Krisenstab angekündigt, an der auch der Leiter des Zivilschutzes Fabio Ciciliano teilnehmen soll.










