Unwetter verwüstet Region Gorizia – Rettungskräfte suchen seit Stunden nach Verschütteten
Ein schweres Unwetter hat in der Nacht auf Samstag Teile der Region Friaul-Julisch Venetien verwüstet. In Brazzano di Cormons (Gorizia) wurde ein dreistöckiges Wohnhaus sowie ein angrenzendes Gebäude von einer massiven Schlammlawine erfasst und vollständig verschüttet. Laut ansa.it wird weiterhin nach zwei vermissten Personen gesucht; eine dritte konnte lebend geborgen werden.
Erdrutsch verschüttet zwei Häuser
Der Erdrutsch löste sich vom Hang hinter der örtlichen Kirche – das Gotteshaus selbst blieb unbeschädigt. Der Hangsturz begrub jedoch ein Haus, in dem ein 35-jähriger deutscher Staatsbürger, der seit kurzem in Brazzano lebt und ein kleines Geschäft betreibt, wohnte. Auch ein benachbartes Haus, bewohnt von zwei älteren Menschen, wurde erfasst.
Einer der beiden Senioren wurde nach stundenlanger Befreiung unter Trümmern gerettet. Er erlitt einen Beinbruch und wurde ins Krankenhaus gebracht, sein Zustand wird aufgrund des langen Drucks auf das eingeklemmte Bein sorgfältig überwacht.
Zwei Vermisste: 83-jährige Anwohnerin und deutscher Helfer
Die Behörden bestätigten die Identität der beiden weiterhin Vermissten:
Guerrina Skocaj, 83 Jahre
Quirin Kuhnert, 35 Jahre, deutscher Staatsbürger
Kuhnert soll sein eigenes Haus gemeinsam mit seiner unverletzten Frau bereits verlassen haben, war aber zurückgekehrt, um die ältere Frau zu warnen, deren Haus weiter oberhalb lag – dort, wo die Schlammlawine schliesslich abging.
Nach Angaben der Familie einer Überlebenden rettete Kuhnert zuvor noch eine weitere Frau, indem er sie rechtzeitig aus ihrem Haus klopfte und zur Flucht drängte. Sie konnte barfuss und im Schlafanzug entkommen. Kuhnert rannte weiter bergauf zur 83-jährigen Skocaj – und wurde dabei selbst von der Schlammlawine erfasst.


Rettungskräfte im Dauereinsatz
Seit Stunden durchsuchen Feuerwehrteams und spezialisierte Einheiten den völlig zerfetzten Trümmerbereich. Im Einsatz sind:
Feuerwehrhunde
Spezialfahrzeuge
die regionale Spezialeinsatzgruppe GOS
USAR-Team aus Venetien
Wasserrettungseinheiten aus Triest und Pordenone
Das Gebiet wurde zur roten Zone erklärt, weitere Erdrutsche sind nicht auszuschliessen. Mehrere Familien wurden vorsorglich evakuiert.
Unwetter richtet massive Schäden an
Die Region wird seit Freitagabend von heftigem Regen und Überflutungen getroffen:
In Cormons fielen binnen sechs Stunden 152 mm Regen.
Der Fluss Judrio trat über die Ufer und überflutete grosse Flächen.
Die Kellerräume des Krankenhauses Palmanova stehen unter Wasser.
Strassen in Visco, Trivignano, Chiopris Viscone sind teils unpassierbar.
Der Zivilschutz hat gelbe Warnstufe ausgerufen.
Besonders kritisch ist die Lage im Gebiet um Romans d’Isonzo:
Nach dem Übertritt des Flusses Torre mussten Menschen auf Dächer flüchten. Feuerwehrboote und ein Hubschrauber der Feuerwehr Venedig sind im Dauereinsatz.
Lage weiterhin angespannt
Der Bürgermeister liess das Gebiet rund um die eingestürzten Häuser sperren. Die Suche nach den Vermissten wird ununterbrochen fortgesetzt – solange es Licht, Wetter und Sicherheit zulassen.
Die Einsatzkräfte rechnen damit, dass die Arbeiten noch viele Stunden, möglicherweise Tage dauern könnten.






