Ein starkes Erdbeben hat den Südwesten Japans erschüttert. In der Präfektur Kumamoto wurden zahlreiche Menschen verletzt und Gebäude beschädigt. Eine zunächst ausgegebene Tsunami-Warnung wurde wieder aufgehoben. Die Region war bereits vor zehn Jahren von einem schweren Erdbeben betroffen.
Dutzende Verletzte nach schwerem Beben
Bei dem Erdbeben der Stärke 7,1 wurden in der japanischen Präfektur Kumamoto mindestens 50 Menschen verletzt. Besonders betroffen war die südwestliche Hauptinsel Kyushu, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete.
Laut GMX wurden Strassen und Gebäude beschädigt. Kurz nach der ersten Erschütterung folgten mehrere starke Nachbeben. Eine Warnung vor einem bis zu einem Meter hohen Tsunami wurde nach kurzer Zeit wieder aufgehoben.
Das Epizentrum des Bebens lag in der Region Kumamoto in einer Tiefe von rund zehn Kilometern. Auch weitere Gebiete auf Kyushu waren von den Erschütterungen betroffen.
Schäden an Häusern, Infrastruktur und Burg
Nach vorläufigen Angaben der Präfekturpolizei stürzten rund ein Dutzend Gebäude ein. In einem Einkaufszentrum in Kumamoto soll es zudem zu einer Explosion gekommen sein. Mehrere Personen wurden Berichten zufolge eingeschlossen, Rettungskräfte waren im Einsatz.
Auch die historische Burg von Kumamoto wurde erneut beschädigt. Laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zeigen Aufnahmen Schäden an Teilen der Steinmauer. Das Bauwerk war bereits beim schweren Erdbeben im Jahr 2016 stark getroffen worden.
Damals kamen Dutzende Menschen ums Leben, während Zehntausende Bewohner zeitweise ihre Häuser verlassen mussten. Die Region kämpfte lange mit den Folgen der Zerstörungen.
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Zugverkehr unterbrochen und Stromausfälle gemeldet
Neben Gebäudeschäden kam es auch zu Einschränkungen bei der Infrastruktur. Ein Güterzug entgleiste in der Region, wie Kyodo berichtete. Zudem wurden Start- und Landebahnen am Flughafen Aso Kumamoto vorübergehend gesperrt.
Auf mehreren Autobahnabschnitten in Kyushu wurden Sicherheitskontrollen durchgeführt. Der Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen und lokalen Bahnverbindungen wurde teilweise unterbrochen.
In rund 48.000 Haushalten fiel zeitweise der Strom aus. Behörden meldeten ausserdem einzelne Brände, die möglicherweise durch das Erdbeben ausgelöst wurden.
Keine Probleme bei Atomanlagen
Trotz der Stärke des Bebens wurden keine Unregelmässigkeiten an Atomkraftwerken gemeldet. Japanische Medien berichteten unter Berufung auf Betreiber, dass die Anlagen keine Schäden aufwiesen.
Die Rettungsdienste erhielten zahlreiche Notrufe. Unter den Verletzten befanden sich auch Bewohner eines Pflegeheims. Einige Menschen im Rollstuhl stürzten durch die Erschütterungen, schwere Verletzungen wurden dort jedoch nicht gemeldet.
Behörden warnen zusätzlich vor Sommerhitze
Das Erdbeben ereignete sich während einer Phase mit sehr hohen Temperaturen und schwüler Sommerhitze. Das japanische Umweltministerium rief die Bevölkerung dazu auf, bei möglichen Evakuierungen auf ausreichende Flüssigkeits- und Salzaufnahme zu achten.
Regierungschefin Sanae Takaichi wies die zuständigen Ministerien an, umgehend notwendige Hilfsmassnahmen in der betroffenen Region einzuleiten.






