Der sogenannte Erbvorbezug gewinnt zunehmend an Bedeutung – insbesondere wenn Eltern ihre Kinder frühzeitig finanziell unterstützen wollen, etwa beim Kauf eines Eigenheims oder beim Aufbau eines Unternehmens. Doch was gut gemeint ist, birgt erhebliche Risiken für alle Beteiligten.
Ein Erbvorbezug bedeutet, dass ein Teil des späteren Erbes bereits zu Lebzeiten übertragen wird. Dabei handelt es sich rechtlich meist um eine Schenkung, die bei der späteren Erbteilung berücksichtigt werden muss.
Finanzielle Risiken für Eltern
Ein zentrales Problem: Wer zu früh zu viel Vermögen weitergibt, gefährdet unter Umständen die eigene finanzielle Sicherheit im Alter. Gerade mit steigender Lebenserwartung und möglichen Pflegekosten kann dies schnell zu Engpässen führen.
Experten empfehlen deshalb eine sorgfältige Einkommens- und Vermögensplanung, bevor grössere Beträge übertragen werden.
Konfliktpotenzial innerhalb der Familie
Besonders heikel wird es, wenn mehrere Kinder involviert sind. Erhält ein Kind frühzeitig Geld, kann dies bei den Geschwistern zu Spannungen führen. Zwar gilt grundsätzlich eine sogenannte Ausgleichspflicht – das bedeutet, dass Erbvorbezüge bei der späteren Erbteilung berücksichtigt werden müssen. Dennoch sind Konflikte häufig.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Risiko für den überlebenden Elternteil
Ein oft unterschätzter Punkt betrifft den überlebenden Ehepartner. Im Todesfall kann dieser verpflichtet sein, die Kinder auszuzahlen. Fehlen die nötigen Mittel, drohen finanzielle Schwierigkeiten – im Extremfall sogar der Verkauf von Vermögenswerten wie dem Eigenheim.
Alternative: Darlehen statt Schenkung
Eine mögliche Lösung kann darin bestehen, statt eines Erbvorbezugs ein Darlehen zu gewähren. Dieses bietet mehr Flexibilität, da es bei Bedarf zurückgefordert werden kann und gleichzeitig das Konfliktpotenzial innerhalb der Familie reduziert.
Klare Regelungen sind entscheidend
Um Streit zu vermeiden, sollten Erbvorbezüge stets schriftlich festgehalten und im Testament oder Erbvertrag klar geregelt werden. Transparenz und offene Kommunikation innerhalb der Familie sind dabei zentrale Erfolgsfaktoren.
Einordnung
Der Erbvorbezug zeigt exemplarisch, wie eng finanzielle Planung und familiäre Dynamik miteinander verknüpft sind. Ohne klare Strategie kann aus einer gut gemeinten Unterstützung schnell ein langfristiges Konfliktthema werden.







