Zum Welt-Elefanten-Tag am 12. August warnt VIER PFOTEN vor touristischen Angeboten mit Elefanten. Reiten, Shows, Baden oder Selfies können mit Stress, Schmerzen und erheblichen Einschränkungen des natürlichen Verhaltens verbunden sein. Die Tierschutzorganisation empfiehlt Reisenden, Elefanten in freier Natur zu beobachten oder seriöse Schutzzentren ohne direkten Tierkontakt zu besuchen.
Elefanten sind Wildtiere und keine domestizierten Tiere. Damit sie touristische Angebote mit direktem Menschenkontakt akzeptieren, werden sie laut VIER PFOTEN häufig bereits in jungen Jahren trainiert.
In freier Wildbahn bleiben junge Elefanten über viele Jahre bei ihren Müttern und leben in stabilen Familienverbänden. Sie legen grosse Distanzen zurück und verbringen einen erheblichen Teil des Tages mit der Nahrungssuche. In touristischen Anlagen sind diese natürlichen Verhaltensweisen dagegen oft nur eingeschränkt möglich.
Training für den direkten Kontakt
Besonders kritisch beurteilt VIER PFOTEN den Umgang mit Elefanten, die für Reitangebote, Shows oder direkte Begegnungen eingesetzt werden. Nach Angaben der Organisation kommen beim Training teilweise Methoden zum Einsatz, die auf Angst, Schmerzen, Isolation und Dominanz beruhen.
Ziel sei es, den natürlichen Widerstand der Tiere zu brechen und sie für den Kontakt mit Menschen kontrollierbar zu machen. Diese Form der Haltung stehe in deutlichem Gegensatz zu den Bedürfnissen der Tiere in freier Wildbahn.
Elefantenreiten ist deshalb in den vergangenen Jahren zunehmend in die Kritik geraten. Die Tiere müssen dabei teilweise über längere Zeit Menschen tragen, häufig bei hohen Temperaturen und auf ungeeigneten Untergründen. Dies kann laut VIER PFOTEN ihre Gesundheit beeinträchtigen.

Auch «tierfreundliche» Angebote können problematisch sein
Weil viele Reisende Elefantenreiten inzwischen kritisch sehen, haben zahlreiche Anbieter ihre Angebote angepasst. Statt Reitattraktionen werden beispielsweise Elefantenbaden, Waschen oder Füttern angeboten.
VIER PFOTEN warnt jedoch davor, solche Aktivitäten automatisch als tierfreundlich einzustufen. Auch für diese Formen des direkten Kontakts können die Tiere zuvor einem Training unterzogen worden sein, damit sie Menschen nahe an sich heranlassen.
Für Reisende entsteht dadurch die Gefahr, ein Angebot als besonders schonend wahrzunehmen, obwohl die Haltung und Ausbildung der Tiere weiterhin problematisch sein können. Entscheidend sei deshalb nicht allein, welche Aktivität angeboten werde, sondern unter welchen Bedingungen die Elefanten gehalten und behandelt würden.
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Elefanten besser aus der Distanz beobachten
Als besonders tierfreundliche Möglichkeit nennt VIER PFOTEN die Beobachtung von Elefanten in ihrem natürlichen Lebensraum. Nationalparks und Safaris können Begegnungen ermöglichen, ohne dass die Tiere für Besucherinnen und Besucher dressiert oder angefasst werden müssen.
Wichtig ist dabei die Wahl eines verantwortungsvollen Anbieters. Elefanten sollten weder bedrängt noch verfolgt oder gefüttert werden. Nach einer gewissen Beobachtungszeit sollten die Tiere zudem wieder in Ruhe gelassen werden.
Solche Angebote können gleichzeitig einen wirtschaftlichen Anreiz schaffen, natürliche Lebensräume zu erhalten. Der Schutz von Elefanten und ihren Lebensräumen wird damit zu einem Teil des touristischen Erlebnisses.
Schutzzentren genau prüfen
Eine weitere Möglichkeit sind seriöse Schutzzentren, in denen gerettete Elefanten möglichst artgemäss leben können. Reisende sollten sich vor einem Besuch allerdings genau über die jeweilige Einrichtung informieren.
Bezeichnungen wie «Schutzzentrum» oder «Rehabilitationszentrum» sind nicht automatisch ein Beleg für tiergerechte Haltung. Auch Anbieter mit problematischen Angeboten können solche Begriffe für ihre Vermarktung verwenden.
Ein seriöses Zentrum sollte deshalb auf direkten Kontakt zwischen Besuchern und Elefanten verzichten. Die Tiere sollten weder Shows aufführen noch Kunststücke machen müssen. Ebenso wichtig sind eine angemessene medizinische Versorgung, Rückzugsmöglichkeiten und der soziale Kontakt zu Artgenossen.

Respekt statt Nähe
Für Reisende bedeutet ein tierfreundlicher Umgang nicht zwingend, einem Elefanten möglichst nahe zu kommen. Im Gegenteil: Eine respektvolle Begegnung kann gerade darin bestehen, das Tier aus ausreichender Distanz in seiner natürlichen Umgebung zu beobachten.
Mit einer bewussten Auswahl der Angebote können Touristinnen und Touristen dazu beitragen, problematische Formen des Elefantentourismus nicht weiter zu unterstützen. Gleichzeitig entstehen Erlebnisse, bei denen das natürliche Verhalten der Tiere im Mittelpunkt steht – und nicht ihre Fähigkeit, Menschen zu unterhalten.
Über VIER PFOTEN
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichen Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heimtiere, sogenannte Nutztiere und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in 13 Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.






