Ein weiterer Fall, der die Debatte um Pressefreiheit in der Türkei neu entfacht.
Ein ehemaliger Korrespondent der Deutschen Welle wurde in Ankara festgenommen – wegen angeblicher Präsidentenbeleidigung und „Verbreitung falscher Informationen“.
Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten.
Festnahme in Ankara
Die Istanbuler Staatsanwaltschaft teilte am Donnerstagabend mit, dass Alican Uludag festgenommen wurde. Gegen ihn sei ein Strafverfahren eingeleitet worden – aufgrund mehrerer Social-Media-Beiträge.
Er soll am Freitag der Staatsanwaltschaft vorgeführt werden.
Der staatliche Auslandssender Deutsche Welle (DW) bestätigte, dass der Journalist am Donnerstag in Ankara festgenommen und anschliessend der Polizei in Istanbul übergeben wurde.
Laut periskopi.com stehen die Vorwürfe im Zusammenhang mit Kritik Uludags an Regierungsentscheidungen zur Freilassung mutmasslicher IS-Kämpfer, die er vor rund anderthalb Jahren auf der Plattform X geäussert hatte.
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Durchsuchung und Beschlagnahmung
Nach Angaben der DW wurde Uludags Wohnung durchsucht.
Dabei seien IT-Geräte beschlagnahmt worden.
Die DW-Generaldirektorin Barbara Massing bezeichnete die Anschuldigungen als haltlos und sprach von einem „bewussten Akt der Einschüchterung“.
Die Festnahme zeige, wie ernst die türkische Regierung die Einschränkung der Pressefreiheit betreibe.
Politisch heikler Kontext
In der Türkei sind Verfahren wegen „Präsidentenbeleidigung“ seit Jahren ein sensibles Thema.
Journalisten, Aktivisten und Oppositionspolitiker sehen sich regelmässig entsprechenden Ermittlungen ausgesetzt
Internationale Organisationen kritisieren wiederholt Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit
Ankara weist diese Vorwürfe zurück und verweist auf geltendes Recht
Der Fall Uludag dürfte die Spannungen zwischen der Türkei und europäischen Medieninstitutionen erneut verschärfen.










