An der argentinischen Halbinsel Valdés sind Dutzende tote Jungwale entdeckt worden. Wissenschaftler untersuchen die Ursache. Ein Bakterium gilt derzeit als mögliche Erklärung für die ungewöhnlich hohe Sterblichkeit der Südlichen Glattwale.
Bakterium als mögliche Todesursache
An den Stränden der argentinischen Halbinsel Valdés sind zahlreiche tote Jungwale angespült worden. Betroffen sind Südliche Glattwale, auch Südkaper genannt. Die Tiere nutzen die Küstengewässer der Region zur Fortpflanzung und Aufzucht ihrer Jungen.
Die Provinzregierung von Chubut untersucht die Fälle gemeinsam mit Wissenschaftlern. Nach bisherigen Erkenntnissen gilt ein Bakterium als mögliche Ursache. Es kann bei den Kälbern systemische Erkrankungen auslösen.
Hinweise darauf, dass die Tiere aufgrund eines vom Menschen verursachten Problems gestorben sein könnten, wurden bislang nicht gefunden. Die Untersuchungen laufen jedoch weiter.
Forscher sprechen von hoher Sterblichkeit
Der Wissenschaftler Mariano Coscarella vom argentinischen Forschungsrat Conicet bezeichnete die Zahl der Todesfälle gegenüber der Zeitung «Página/12» als «recht hoch».
Gleichzeitig weist die Provinzregierung darauf hin, dass jedes Jahr Glattwale sterben. Die aktuellen Strandungen könnten deshalb auch Teil der natürlichen Populationsdynamik sein. Die Zahl der verendeten Tiere kann demnach sowohl zwischen verschiedenen Jahren als auch innerhalb einer Saison schwanken.
Laut GMX ist der Bakterienbefall derzeit die wichtigste Arbeitshypothese der Untersuchungen. Ähnliche Fälle wurden laut den bisherigen Erkenntnissen bereits in anderen Regionen der Welt beobachtet.
Valdés ist wichtiges Schutzgebiet
Die rund 4000 Quadratkilometer grosse Halbinsel Valdés liegt in Nordpatagonien und gilt als bedeutendes Rückzugsgebiet für Meeressäuger. Während der Fortpflanzungs- und Aufzuchtzeit halten sich dort zahlreiche Walarten sowie Tausende Seelöwen und Seeelefanten auf.
Die Küstengewässer der Halbinsel sind besonders nährstoffreich. Dort treffen verschiedene Meeresströmungen aufeinander und schaffen günstige Bedingungen für die Tierwelt.
Wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Meeresökosysteme wurde die Halbinsel Valdés 1999 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Die aktuellen Walstrandungen werden nun weiter untersucht, um die genaue Ursache der Todesfälle zu klären.






