Der Duty-free-Verkauf an Bord von Flugzeugen verliert weltweit an Bedeutung. Immer mehr Airlines, darunter die Swiss, stellen den klassischen Einkauf mit dem Trolley ein. Sinkende Umsätze, veränderte Einkaufsgewohnheiten und der Trend zu Online-Bestellungen führen dazu, dass das Shopping-Ritual über den Wolken langsam verschwindet.
Swiss beendet Duty-free-Verkauf an Bord
Jahrzehntelang gehörte der Duty-free-Einkauf für viele Reisende zum Flugerlebnis. Nach dem Start wurden Bordmagazine verteilt, Verkaufstrolleys durch die Kabine geschoben und Passagiere konnten Parfüm, Kosmetik, Alkohol, Tabakwaren oder Souvenirs zu vermeintlich günstigen Preisen kaufen.
Doch dieses Ritual verliert zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Fluggesellschaften verzichten auf den Verkauf an Bord, weil der Aufwand im Verhältnis zu den Einnahmen zu gross geworden ist.
Auch die Schweizer Fluggesellschaft Swiss International Air Lines zieht Konsequenzen. Die Airline kündigte an, den Duty-free-Verkauf an Bord per 30. September einzustellen. Eine interne Analyse habe gezeigt, dass spontane Einkäufe während des Fluges immer seltener würden.
Stattdessen setzt Swiss künftig stärker auf digitale Angebote über ihren Onlineshop. Passagiere können ausgewählte Produkte weiterhin steuerfrei bestellen, jedoch vor dem Flug und nicht mehr während der Reise in der Kabine.
Sinkende Nachfrage verändert den Markt
Die Gründe für das Ende des klassischen Bordverkaufs liegen vor allem in veränderten Einkaufsgewohnheiten. Viele Reisende vergleichen Preise heute bereits vor der Abreise online oder kaufen direkt am Flughafen ein.
Auch die Rentabilität ist gesunken. Eine 2025 veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung Kearney zeigt, dass die durchschnittlichen Ausgaben für Duty-free-Produkte pro Passagier zwischen 2019 und 2024 von 24,30 US-Dollar auf 15,50 US-Dollar zurückgingen.
Viele Reisende zweifeln zudem daran, ob die angebotenen Produkte tatsächlich günstiger sind als im normalen Handel. Laut der Studie glauben zahlreiche Passagiere nicht mehr an die früheren Vorteile des steuerfreien Einkaufs.
Der logistische Aufwand bleibt hingegen hoch. Airlines müssen Produkte auswählen, lagern, transportieren und abrechnen. Der begrenzte Platz an Bord erschwert zusätzlich die Organisation.
Mehrere internationale Fluggesellschaften haben den Bordverkauf deshalb bereits eingestellt. Dazu gehören unter anderem Delta Air Lines, American Airlines, United Airlines, Qantas und KLM.
Auch innerhalb der Lufthansa Group wurde das Angebot reduziert. Die Lufthansa stellte den Duty-free-Verkauf auf Langstreckenflügen wegen steigender Kosten und sinkender Nachfrage ein.
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Vom Bordtrolley zum digitalen Einkauf
Während der klassische Verkauf verschwindet, entwickeln Airlines neue Konzepte. Der Trend geht zu Vorbestellungen über das Internet und einer Lieferung direkt an den Sitzplatz.
Die französische Langstreckenairline French Bee setzt beispielsweise auf einen integrierten Onlineshop. Passagiere können Produkte während der Buchung oder vor dem Flug bestellen und erhalten diese anschliessend direkt an Bord.
Dieses Modell reduziert den Lageraufwand und ermöglicht eine grössere Auswahl, da nicht sämtliche Waren physisch im Flugzeug mitgeführt werden müssen.
Auch andere Airlines kombinieren Online-Angebote mit Lieferung an den Sitzplatz. Ziel ist es, weiterhin Einnahmen aus dem Zusatzgeschäft zu erzielen, gleichzeitig aber die Abläufe an Bord effizienter zu gestalten.
Duty-free bleibt wichtige Einnahmequelle
Trotz des Rückgangs bleibt der Verkauf von zollfreien Waren für viele Fluggesellschaften ein bedeutender Bestandteil der Nebeneinnahmen.
Besonders für Billigairlines wie Ryanair oder easyJet sind zusätzliche Verkäufe an Bord weiterhin ein wichtiger Faktor neben den Ticketpreisen.
Auch einige traditionelle Fluggesellschaften halten am Angebot fest. Air Canada bietet auf bestimmten Langstrecken weiterhin Duty-free-Produkte an.
Das Beispiel zeigt: Der Duty-free-Verkauf verschwindet nicht vollständig, sondern verändert seine Form. Der Einkauf über den Wolken wird zunehmend durch digitale Bestellungen ersetzt.
Passagiere reagieren unterschiedlich auf das Ende
Das Ende des Bord-Shoppings sorgt bei Reisenden für unterschiedliche Reaktionen. Einige bedauern den Verlust eines klassischen Bestandteils langer Flugreisen.
Für viele Passagiere gehörte es zum Erlebnis, während des Fluges im Katalog zu blättern und spontan ein Produkt zu kaufen. Besonders Parfüme, Kosmetik und bestimmte Spirituosen waren beliebte Artikel.
Andere Reisende begrüssen die Veränderung. Sie schätzen weniger Durchsagen, ruhigere Kabinen und weniger blockierte Gänge durch Verkaufstrolleys.
Der Wandel zeigt, wie stark sich die Luftfahrtbranche verändert. Was früher ein fester Bestandteil jeder Langstreckenreise war, wird heute zunehmend durch digitale Angebote ersetzt.






