Zwei Vorlagen, zwei klare Trends
Die zweite SRG-Umfrage zur Volksabstimmung vom 30. November sendet eine unmissverständliche Botschaft: Beide Initiativen – der Bürgerdienst für alle sowie die von der GISO lancierte Zukunftsinitiative – stehen vor einer klaren Ablehnung.
Knapp zwei Wochen vor der Abstimmung sinkt nicht nur die Zustimmung, sondern auch die allgemeine Beteiligungsbereitschaft.
Klimafonds aus Erbschaften? Kaum Zustimmung
Die sogenannte Zukunftsinitiative will über eine Steuer auf hohe Erbschaften und Schenkungen einen Klimafonds finanzieren. Doch statt wachsender Zustimmung verzeichnet die Initiative einen deutlichen Rückgang.
Laut rsi.ch würden 68 % der Stimmberechtigten mit „Nein“ stimmen, nur 30 % mit „Ja“. Die Ablehnung ist damit um sechs Prozentpunkte gestiegen, während die Zustimmung um vier Punkte sank. Der Vorsprung des Nein-Lagers liegt nun bei satten 38 Punkten.
Auffällig ist, dass die Ablehnung in allen Sprachregionen dominiert – besonders in der italienischsprachigen Schweiz mit 73 %, gefolgt von der Deutschschweiz mit 71 % und der Westschweiz mit 56 %.
Einzig die Grünen und die SP stehen geschlossen hinter der Initiative, während SVP, FDP, Mitte und GLP sie mehrheitlich ablehnen. Die Polarisierung ist stark, und selbst bei jungen, weiblichen und hochgebildeten Stimmberechtigten überwiegt die Ablehnung. Nur bei Geringverdienern ist ein leichter Zuwachs bei der Zustimmung erkennbar – ohne die Mehrheit zu kippen.
Bürgerdienst: Zustimmung bricht dramatisch ein
Auch die Bürgerdienstinitiative, die einen verpflichtenden Dienst für alle jungen Erwachsenen – ob militärisch, zivil oder gemeinnützig – fordert, erlebt eine steile Talfahrt.
32 % befürworten sie noch, 64 % lehnen sie ab. Besonders auffällig: Der Anteil der klaren Gegner hat um 18 Punkte zugelegt. Nur noch 4 % der Befragten sind unentschlossen.
Selbst in Gruppen, die der Idee anfangs offen gegenüberstanden – etwa junge Erwachsene oder hochqualifizierte Personen – zeigt sich eine rückläufige Unterstützung. In ländlichen Regionen ist der Widerstand am stärksten, und das Thema Kosten wird zunehmend zentral: 70 % sehen im Bürgerdienst ein finanzielles Risiko für Bund und Kantone.
Beteiligung bleibt unterdurchschnittlich
Nur 43 % der Wahlberechtigten wollen „sicher“ abstimmen – ein leichtes Plus von 2 % gegenüber der ersten Umfrage, aber weiterhin unter dem 15‑Jahres‑Durchschnitt von 47,1 %. Das spricht für eine eher verhaltene Mobilisierung in der Schlussphase des Wahlkampfs.
Fazit: Doppelniederlage wahrscheinlich
Die zweite SRG-Trendumfrage macht deutlich: Beide Initiativen dürften an der Urne scheitern.
Weder der Ruf nach einem Bürgerdienst noch das Ziel, Klimaschutz durch Erbschaftssteuern zu finanzieren, vermochten die Wählerschaft zu überzeugen.
Die politische Debatte wird weitergehen – doch die Volksmehrheit scheint klar entschieden zu haben.










