Die UBS hat die Wohnattraktivität von mehr als 2000 Schweizer Gemeinden für Familien untersucht. Bewertet wurden 38 Faktoren aus den Bereichen Infrastruktur, Freizeitmöglichkeiten und Lebenshaltungskosten. Besonders gut schneiden mehrere Kantons- und mittelgrosse Städte ab. In vier Gemeinden treffen zudem gute Infrastruktur und Freizeitangebote auf vergleichsweise tiefe Kosten.
UBS bewertet zehn Regionen
Für ihre zweite Wohnattraktivitäts-Analyse hat die UBS die Schweizer Gemeinden in zehn Regionen eingeteilt. Hintergrund ist, dass die meisten Wohnortwechsel innerhalb des näheren Umfelds stattfinden. Deshalb wurden nicht die attraktivsten Gemeinden der gesamten Schweiz miteinander verglichen, sondern jeweils die besten Wohnorte innerhalb der einzelnen Regionen.
In die Bewertung flossen insgesamt 38 Faktoren ein. Berücksichtigt wurden unter anderem die Infrastruktur, Freizeitmöglichkeiten und Lebenshaltungskosten. Gegenüber der ersten Analyse vor zwei Jahren kamen zusätzliche Kriterien wie Kriminalität, Fluglärm und Krankenkassenprämien hinzu.
Die UBS weist deshalb darauf hin, dass die aktuelle Auswertung nicht direkt mit jener von vor zwei Jahren vergleichbar ist. Zudem umfasst die Untersuchung nun zehn statt zuvor 13 Regionen.
Für eine Familie mit zwei Kindern und durchschnittlichem Einkommen gehören acht Kantonshauptorte zu den attraktivsten Gemeinden ihrer jeweiligen Region: Solothurn, Freiburg, Sitten, Basel, Luzern, Aarau, Chur und St. Gallen. Ergänzt wird die Auswahl durch die mittelgrossen Städte Vevey und Lugano.
Die vollständige Rangliste der zehn Regionen ist in der ursprünglichen Analyse beziehungsweise der dazugehörigen Bildstrecke aufgeführt.
Nur vier Gemeinden verbinden alle Vorteile
Mehr als zwei Drittel der über 2000 untersuchten Gemeinden schneiden insgesamt gut ab. Dabei zeigt sich laut UBS allerdings ein verbreitetes Spannungsfeld: Gemeinden mit einer guten Infrastruktur und zahlreichen Freizeitmöglichkeiten sind häufig auch mit höheren Lebenshaltungskosten verbunden.
Nur vier Gemeinden schaffen es laut der Analyse, in allen drei Hauptbereichen besonders gut abzuschneiden. Dazu zählen Altdorf, Appenzell, Schaffhausen und Estavayer. Sie verbinden eine gute Infrastruktur und attraktive Freizeitmöglichkeiten mit vergleichsweise tiefen Lebenshaltungskosten.
Eine Gemeinde muss allerdings nicht in jeder Kategorie überdurchschnittlich abschneiden, um insgesamt attraktiv zu sein. Die UBS-Ökonomen weisen darauf hin, dass beispielsweise ländliche Gemeinden teilweise eine schwächere ÖV-Anbindung haben können, dafür aber mit weniger Kriminalität oder mehr Grünflächen punkten.
Damit zeigt die Untersuchung auch, dass die Attraktivität eines Wohnortes stark von den individuellen Bedürfnissen einer Familie abhängt.
Umland von Zürich deutlich günstiger
Besonders deutlich zeigt sich der Kostenunterschied zwischen Grosszentren und deren Umland in der Region Zürich. Die Stadt Zürich gehört wegen ihrer hohen Lebenshaltungskosten nicht zu den drei attraktivsten Gemeinden ihrer Region.
In Aarau liegen die Lebenshaltungskosten laut UBS 28 Prozent unter dem Niveau von Zürich, in Schaffhausen beträgt der Unterschied sogar 34 Prozent. Für Familien können mittelgrosse Städte dadurch ein attraktives Verhältnis zwischen Wohnqualität und Kosten bieten.
Auch der Vergleich mit Agglomerationsgemeinden zeigt ein deutliches Sparpotenzial. Eine Familie mit zwei Kindern und durchschnittlichem Einkommen gibt in einer Agglomerationsgemeinde, die mit dem ÖV innerhalb von 10 bis 15 Minuten von einem Grosszentrum erreichbar ist, durchschnittlich rund 6700 Franken weniger pro Jahr aus als im jeweiligen Zentrum.
In der Region Zürich fällt der Unterschied besonders stark aus. Familien in Agglomerationsgemeinden mit einer ÖV-Distanz von 10 bis 15 Minuten sparen laut UBS im Durchschnitt rund 11’500 Franken pro Jahr gegenüber der Stadt Zürich.
Bei einer längeren ÖV-Fahrzeit von mindestens 45 Minuten kann die jährliche Ersparnis sogar mehr als 20’000 Franken betragen. Damit wird für Familien deutlich, weshalb Gemeinden ausserhalb der Grosszentren bei der Wohnortwahl zunehmend interessant sein können.






