Eine Analyse der UBS zeigt, welche Schweizer Small- und Mid-Cap-Aktien derzeit besonders stark oder schwach in Anlegerdepots vertreten sind. Während Titel wie Accelleron, Burkhalter und Temenos eine hohe Nachfrage verzeichnen, könnten wenig beachtete Aktien wie Rieter, Stadler Rail oder DocMorris bei einer Erholung profitieren.
Accelleron, Burkhalter und Temenos mit hoher Anlegerpositionierung
Die UBS untersucht regelmässig, bei welchen Schweizer Unternehmen Anlegerinnen und Anleger besonders stark investiert sind oder welche Aktien eher gemieden werden. Der sogenannte «Crowding Factor» zeigt, wie konzentriert die Marktteilnehmer in einzelnen Titeln positioniert sind.
Eine hohe Marktüberfüllung kann Chancen bieten, birgt aber auch Risiken. Wenn viele Investoren gleichzeitig dieselbe Aktie halten und die Stimmung kippt, kann ein Verkaufsdruck entstehen. Fehlen dann genügend Käufer, können Kurse deutlich unter Druck geraten.
Bei den von der UBS analysierten Schweizer Small- und Mid-Cap-Unternehmen ist die Marktüberfüllung derzeit insgesamt relativ gering. Die Daten zeigen eine leichte Tendenz zu einer negativen Positionierung. Bei grosskapitalisierten Unternehmen ist die Situation hingegen ausgeglichener und liegt ungefähr im Bereich historischer Durchschnittswerte.
Besonders stark vertreten in den Depots der Anleger sind aktuell die Aktien von Accelleron Industries AG, Burkhalter Holding AG und Temenos AG.
Accelleron profitiert laut der Analyse vom Wachstum im Bereich der Schifffahrt sowie von der steigenden Nachfrage nach Turboladern für Verbrennungsmotoren in neuen Rechenzentren. Seit der Abspaltung von ABB entwickelte sich das Unternehmen operativ positiv.
Burkhalter konnte sich mit gezielten Übernahmen im Schweizer Gebäudetechnikmarkt etablieren. Die Nachfrage nach energetischen Sanierungen unterstützt das Geschäft und führte zuletzt zu steigenden Umsätzen sowie höheren Dividenden.
Temenos wiederum befindet sich nach einem deutlichen Kursrückgang vor rund zweieinhalb Jahren in einer Erholungsphase. Neue Kundengewinne und Investitionen in Künstliche Intelligenz im Finanzbereich unterstützen die Erholung.
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Wenig beachtete Aktien könnten bei Erholung profitieren
Auffällig ist laut UBS die Differenz zwischen der starken Positionierung der Anleger und der Kursentwicklung der vergangenen Monate. Obwohl Accelleron, Burkhalter und Temenos weiterhin häufig in Portfolios vertreten sind, liegen ihre Aktienkurse teilweise deutlich unter den Höchstständen der vergangenen 52 Wochen.
Dies deutet darauf hin, dass Investoren zwar Gewinne realisiert haben, grundsätzlich aber weiterhin stark engagiert bleiben. Bei einer negativen Entwicklung könnte diese hohe Konzentration zu verstärkten Kursbewegungen führen.
Am anderen Ende der Analyse stehen Aktien mit geringer Anlegerpositionierung. Dazu gehören unter anderem Rieter Holding AG, Stadler Rail AG und DocMorris AG.
Rieter kämpft nach der geplanten Übernahme von Barmag aus dem Bereich von OC Oerlikon AG weiterhin mit einer schwachen Börsenentwicklung. Die Aktie notiert nur knapp über dem jüngsten Tiefpunkt.
Die geringe Positionierung könnte jedoch auch eine Chance darstellen. Wenn sich die operative Entwicklung verbessert, könnte die Aktie schneller steigen, da viele Anleger bisher nicht investiert sind und bei einer positiven Wende zurückkehren könnten.
Stadler Rail und DocMorris konnten zuletzt deutliche Kursgewinne verzeichnen, gelten gemäss UBS-Daten aber weiterhin als wenig beliebte Titel. Dadurch könnte weiteres Potenzial vorhanden sein.
UBS sieht Chancen bei mehreren Schweizer Titeln
Neben den am stärksten oder schwächsten positionierten Aktien analysiert die UBS auch die Kombination aus Crowding-Faktor und Analystenbewertungen.
Aktien wie Comet Holding AG, Huber+Suhner AG, Lindt & Sprüngli AG, Lonza Group AG und Sika AG weisen laut Analyse ein vergleichsweise niedriges Crowding-Niveau auf.
Bei den Aktien von Burkhalter, Sonova Holding AG und Ascom Holding AG empfiehlt die UBS aufgrund der hohen Anlegerkonzentration eine genauere Beobachtung.
Bei Titeln wie Ypsomed Holding AG, Skan Group AG und Bachem Holding AG könnten die negativen Crowding-Werte dagegen auf mögliches Aufwärtspotenzial hindeuten.
Die UBS weist darauf hin, dass der Crowding-Faktor vor allem die Positionierung der Käuferseite misst. Erst durch den Vergleich mit Analystenempfehlungen entstehen zusätzliche Hinweise auf mögliche Marktbewegungen.
Besonders interessant sind laut Analyse Unternehmen wie Georg Fischer AG, Cicor Technologies AG und Kardex Holding AG. Dort unterscheiden sich die Analysteneinschätzungen teilweise deutlich von der aktuellen Anlegerpositionierung.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschliesslich der Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für Wertpapiere dar. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Trotz sorgfältiger Prüfung wird keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Informationen übernommen. Anleger sollten ihre Investitionsentscheidungen auf Grundlage eigener Recherchen oder einer unabhängigen Finanzberatung treHen.






