Jede 45. Minute stirbt in Grossbritannien ein Mann an Prostatakrebs. Und doch sprechen viele noch immer nicht darüber.
Die Krankheit gilt als „leise Gefahr“ – sie zeigt oft erst spät Symptome, und genau das macht sie so tödlich. Doch ein renommierter NHS-Chirurg warnt nun eindringlich: Männer müssen die frühen Warnzeichen ernst nehmen.
Was macht Prostatakrebs so gefährlich?
Prostatakrebs ist einer der häufigsten Tumoren bei Männern – und gleichzeitig einer der am besten heilbaren, wenn er früh erkannt wird. Das Problem: Genau in dieser Phase bleibt er meist völlig symptomlos.
Die Prostata ist eine kleine Drüse unterhalb der Harnblase, die einen Teil der Samenflüssigkeit produziert. Ihr unauffälliges Wachstum führt dazu, dass viele Männer erst dann medizinische Hilfe suchen, wenn es bereits spät ist.
Was Experten jetzt empfehlen
Tim Dudderidge, leitender Urologe und Prostatakrebsspezialist am Universitätsklinikum Southampton, spricht Klartext. In einem Interview mit der Daily Mail warnt er, dass zu viele Männer die entscheidenden Hinweise ignorieren – und dass regelmässige Untersuchungen Leben retten können.
Laut dailymail.co.uk warnt NHS-Chirurg Tim Dudderidge, dass Prostatakrebs „in seiner tödlichsten, aber gleichzeitig am besten behandelbaren Phase auftritt, wenn man meist keine Symptome hat“.
Wer besonders aufmerksam sein sollte
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Männer ab 50 Jahren: jährlicher PSA-Test beim Hausarzt
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Männer mit familiärer Vorbelastung: Untersuchung ab 45
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Männer afrikanischer Abstammung: deutlich erhöhtes Risiko
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Männer mit BRCA1/BRCA2-Genmutation
Symptome, die viele übersehen
Prostatakrebs zeigt im Anfangsstadium fast nie Beschwerden. Doch bestimmte Signale sollten Männer hellhörig machen – besonders, wenn sie neu auftreten oder anhalten.
Frühe Anzeichen (selten, aber relevant)
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plötzliche Erektionsprobleme ohne Stressfaktoren
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Blut im Sperma
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anhaltendes Unwohlsein im Beckenbereich
Warnsignale eines fortgeschrittenen Stadiums
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unerklärlicher Gewichtsverlust
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ständige Müdigkeit
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Rücken-, Hüft- oder Knochenschmerzen
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Steifheit im unteren Rücken oder in den Oberschenkeln
Viele dieser Beschwerden werden als Alterswehwehchen abgetan – besonders Rückenschmerzen. Doch Experten warnen: Das kann ein Hinweis darauf sein, dass sich der Krebs bereits ausgebreitet hat.
Was NICHT unbedingt auf Prostatakrebs hinweist
Viele Männer glauben, dass Probleme beim Wasserlassen das wichtigste Warnsignal seien. Tatsächlich betreffen diese Beschwerden jedoch meist nicht-krebsartige Prostatavergrösserungen, besonders im Alter.
Dennoch gilt: Bei anhaltendem Unwohlsein sollte immer ein Arzt konsultiert werden.
Wie die Diagnose gestellt wird
Nach einem auffälligen PSA-Wert können weitere Schritte folgen:
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MRT-Untersuchung der Prostata
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transperineale Biopsie zur Gewebeentnahme
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je nach Befund: aktive Überwachung, Operation oder Strahlentherapie
Entscheidend ist dabei vor allem wie früh der Tumor entdeckt wird – und wie schnell er wachsen könnte.
Behandlungschancen: Warum frühe Tests Leben retten
Prostatakrebs kann – früh entdeckt – ausgesprochen gut behandelt werden. Die Gefahr entsteht erst dann, wenn er sich still im Körper ausbreitet. Deshalb betonen Ärzte weltweit:
Männer sollten Prostata-Gesundheit genauso ernst nehmen wie Herz und Blutdruck.










