Winnie Puuh steht für Wärme, Freundschaft und Kindheit.
Doch hinter der weltberühmten Figur verbirgt sich eine Geschichte, die weit weniger märchenhaft ist.
Die echte Winnie lebte nicht im Hundert-Morgen-Wald.
Wie eine Bärin zur Legende wurde
Am 24. August 1914 notierte der kanadische Tierarzt Harry Colebourn in sein Tagebuch einen unscheinbaren Satz: „Bought Bear $20“. Der Kauf eines verwaisten Bärenjungen sollte später zur Inspiration für eine der bekanntesten Kinderbuchfiguren der Welt werden.
Laut gmx.ch war diese Bärin die reale Vorlage für „Winnie Puuh“, dessen Geschichten ab 1926 von Alan Alexander Milne veröffentlicht wurden.
Colebourn nannte die junge Schwarzbärin Winnie, nach seiner Wahlheimat Winnipeg.
Vom Bahnsteig zum Kriegsmaskottchen
Colebourn traf die Bärin am Bahnhof von White River in Ontario. Ihre Mutter war erschossen worden, ein Jäger wollte das Jungtier verkaufen. Der Tierarzt nahm Winnie mit, zunächst auf Reisen, später sogar über den Atlantik.
In Südengland, wo Colebourn während des Ersten Weltkriegs stationiert war, wurde Winnie zum inoffiziellen Maskottchen der kanadischen Einheit. Sie war zahm, schlief unter dem Feldbett des Tierarztes und entwickelte eine enge Bindung zu den Soldaten.
Abschied und Leben im Zoo
Als Colebourns Einheit Ende 1914 nach Frankreich verlegt wurde, durfte Winnie nicht mit an die Front. Er brachte sie in den Londoner Zoo, zunächst nur vorübergehend.
Doch aus Monaten wurden Jahre – letztlich ein ganzes Leben.
Im Zoo wurde Winnie schnell zum Publikumsliebling. Kinder durften sie füttern, streicheln und sogar auf ihr reiten. Einer dieser Besucher war Christopher Robin Milne, der Sohn des Schriftstellers. Er benannte seinen Teddy nach der Bärin – und so entstand der Name Winnie-the-Pooh.
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Erfolg der Bücher – Vergessen der Bärin
1926 erschien das erste Buch über den „Bären von sehr geringem Verstand“. Die Geschichten wurden weltberühmt. Winnie selbst blieb im Zoo und starb 1934 im Alter von 20 Jahren.
Harry Colebourn erlebte den weltweiten Ruhm der Figur kaum bewusst. Erst Jahrzehnte später wurde die wahre Geschichte wieder bekannter, unter anderem durch das Buch „Finding Winnie“ von Lindsay Mattick, Colebourns Urenkelin.
Kritik von Tier- und Umweltschützern
Gefangenschaft statt Freiheit
Tierschutzorganisationen sehen die Geschichte kritisch. Winnie habe ihr gesamtes Leben in Gefangenschaft verbracht – unter Bedingungen, die aus heutiger Sicht problematisch seien.
direkter Kontakt mit Menschen
Nutzung als Attraktion
keine artgerechte Haltung
Auch Umweltorganisationen betonen, dass sich Zoohaltung zwar weiterentwickelt habe, Wildtiere wie Bären aber nicht für Unterhaltung geeignet seien.










