In der Panik suchten sie den Ausgang – doch die Tür war zu
Es war die Nacht der Lichter, des Neuanfangs – und endete in einer Tragödie.
Als sich in der Crans-Montanaer Bar „Le Constellation“ in der Silvesternacht Flammen durch den Schaumstoff an der Decke frassen, suchten viele Gäste verzweifelt einen Ausweg.
Doch eine Tür, die als möglicher Notausgang hätte dienen sollen, war verschlossen.
Was genau passierte in der Unglücksnacht?
In der Silvesternacht kamen 40 Menschen ums Leben, darunter viele Jugendliche. Über 100 wurden verletzt, Dutzende von ihnen schwer. Ursache war offenbar eine Indoor-Feuerwerksbatterie: Funkensprühende Partyfontänen sollen den schalldämmenden Deckenstoff im Kellerbereich der Bar entzündet haben.
Das Feuer verbreitete sich in Sekunden. Innerhalb kürzester Zeit war der Raum voller Rauch, Licht und Hitze – es blieb kaum Zeit zur Flucht.
Die Tür im Fokus der Ermittlungen
Wie die „NZZ am Sonntag“ berichtet, rückt eine Tür im Erdgeschoss der Bar nun ins Zentrum der strafrechtlichen Ermittlungen. Laut Aktenlage der Feuerpolizei hätte sie als Notausgang ausgewiesen sein müssen – schon 2015 wurde diese Auflage im Rahmen einer Baubewilligung dokumentiert.
Doch in der Brandnacht blieb sie verschlossen.
Barbetreiber Jacques Moretti bezeichnete sie laut Vernehmung nur als „Servicetür“. Auch ein „Notausgang“-Schild sei dort nie angebracht worden. Gäste berichteten, sie hätten vergeblich versucht, die Tür zu öffnen. Später wurde sie von aussen eingeschlagen. Doch für mindestens eine Kellnerin, die sich dahinter befand, kam jede Hilfe zu spät.
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Baurecht, Verantwortung – und eine Kette aus Fehlern?
Juristisch ist die Lage komplex: Die Baubewilligung war laut Medienrecherchen nicht von Betreiber Moretti, sondern vom Gebäudeeigentümer beantragt worden. Ob Moretti wusste, dass die Tür als Notausgang gekennzeichnet sein musste, ist ungeklärt.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Brandstiftung und Körperverletzung. Beschuldigt sind aktuell ausschliesslich Jacques und Jessica Moretti – beide auf freiem Fuss, gegen Kaution.
Wie viele Menschen waren tatsächlich in der Bar?
Laut Gemeindepräsident Nicolas Féroud verfügte „Le Constellation“ im Erd- und Untergeschoss über zwei genehmigte Notausgänge – für je 100 Personen. Die fragliche Westtür wäre demnach ein dritter Fluchtweg gewesen.
Unklar ist nach wie vor, wie viele Gäste sich in der Silvesternacht tatsächlich in den Räumen aufhielten. Augenzeugen sprechen von überfüllten Gängen und chaotischen Fluchtversuchen.










