Emotionen, Verantwortung – und späte Entschuldigungen
Es ist eine Mischung aus Entsetzen, Reue und juristischer Konsequenz, die sich über die Gemeinde Crans-Montana gelegt hat.
Nach dem tragischen Vorfall in der Silvesternacht im Nachtclub Constellation, bei dem mehrere Menschen ums Leben kamen, steht nicht nur der Betreiber – sondern auch die Gemeinde selbst in der Kritik.
Und sie hat nun Fehler eingeräumt.
Stellvertretende Bürgermeisterin: „Wir haben versagt“
In einem bewegenden Interview mit dem Schweizer Fernsehsender RTS hat sich Nicole Bonvin Clivaz, die stellvertretende Bürgermeisterin von Crans-Montana, offen und selbstkritisch gezeigt.
„Es gibt keine Entschuldigung dafür, sich nicht zu entschuldigen.“
Damit reagiert sie auf die breite öffentliche Kritik an Bürgermeister Nicolas Féraud, der sich am Tag nach dem Unglück nicht öffentlich bei den Opfern entschuldigt hatte.
Bonvin Clivaz betonte:
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Man habe sich entschuldigt – „für die Versäumnisse bei den Kontrollen“
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Man übernehme Verantwortung für unterlassene Sicherheitsmassnahmen
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Die Ermittlungen sollen die genauen Umstände aufklären
„Wir stehen an der Seite der Familien, der Opfer, all jener, die leiden“, sagte sie weiter.
Erste Nacht im Gefängnis für Jacques Moretti
Parallel zur politischen Aufarbeitung läuft auch das Strafverfahren gegen den Betreiber des Clubs:
Jacques Moretti, Eigentümer des Constellation, hat seine erste Nacht im Gefängnis verbracht.
Die Generalstaatsanwältin von Wallis, Béatrice Pilloud, hatte zuvor einen Antrag auf Untersuchungshaft gestellt – nach einer 6,5-stündigen Vernehmung.
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Verteidigung arbeitet an Freilassung:
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Morettis Anwaltsteam (u. a. Patrick Michod, Yael Hayat, Nicola Meier) will bis Montagmorgen ein Dossier einreichen
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Ziel: Beweis, dass keine Fluchtgefahr besteht
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Alternativ: Garantien für eine mildere Haftform
Ehefrau unter Hausarrest – wegen der Kinder
Für Morettis Ehefrau, Jessica Maric, die Mitinhaberin des Clubs, wurde hingegen Hausarrest mit elektronischer Fussfessel beantragt.
Grund:
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Betreuung der gemeinsamen Kinder (6 Monate & 4 Jahre)
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Die Massnahme muss binnen 48 Stunden gerichtlich bestätigt werden
Laut ansa.it wurde das Ermittlungsverfahren gestern offiziell eröffnet.
Politik und Justiz im Zugzwang
Die Silvesternacht von Crans-Montana hat nicht nur menschliche Wunden hinterlassen, sondern auch eine juristische und politische Aufarbeitung ausgelöst.
Die späte Entschuldigung kommt vielen zu spät – doch sie ist ein erster Schritt zur Verantwortung.










