Die Silvesternacht in Crans-Montana hätte ein fröhlicher Jahreswechsel werden sollen – stattdessen endet sie in einer nationalen Tragödie.
Nun kehren die Särge der jungen Opfer heim. Italien trauert – und fordert Antworten.
Fünf der sechs Opfer nach Italien überführt
Die Leichen von fünf der sechs italienischen Jugendlichen, die beim Brand im Hotel Constellation in Crans-Montana ums Leben kamen, wurden mit einem Militärflug nach Italien überführt. Die Zeremonie fand unter Beisein der Walliser Kantonspolizei, Vertretern der Schweizer Behörden und der Feuerwehr statt.
Der Sarg von Riccardo Minghetti wurde nach Rom gebracht, Giovanni Tamburi und Emanuele Galeppini kehrten in ihre Heimatstädte Bologna und Genua zurück. Die Särge der beiden Mailänder Opfer, Chiara Costanzo und Achille Barosi, befinden sich noch in der Schweiz und warten auf ihre Beisetzung. Die 16-jährige Sofia Prosperi, die mit italienischen Wurzeln in Lugano lebte, wurde als einzige in der Schweiz beigesetzt.
Wie ansa.it berichtet, handelt es sich bei den Opfern um Jugendliche, die gemeinsam ins neue Jahr feiern wollten – doch das Unglück im Hotel Constellation riss sie in den Tod.
116 Verletzte – alle identifiziert
Laut Angaben der Walliser Polizei wurden alle 116 Verletzten inzwischen identifiziert. Die grösste Gruppe stammt aus der Schweiz mit 68 Personen, gefolgt von 21 Franzosen.
Noch 83 Menschen befinden sich im Spital. Die ursprünglich gemeldeten 119 Verletzten wurden korrigiert, da drei davon bereits aus anderen Gründen in der Silvesternacht hospitalisiert worden waren.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Beileidsbekundungen und nationale Trauer
In der Schweiz wie in Italien ist die Anteilnahme gross. Am 7. Januar hielten alle italienischen Schulen eine Schweigeminute ab.
„In einem Moment, der unbeschwert und fröhlich hätte sein sollen, verloren junge Menschen ihr Leben“, sagte der italienische Bildungsminister Giuseppe Valditara.
Auch der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, sprach den Familien sein Beileid aus. Auf dem Friedhof von Sitten, wo die Überführung organisiert wurde, traf er Angehörige der Opfer und Vertreter der Walliser Behörden.
Forderungen nach Gerechtigkeit und Kritik an Sicherheitsmängeln
Cornado äusserte scharfe Kritik an den Umständen:
„In Italien wären die Verantwortlichen des Constellation verhaftet worden“, sagte er gegenüber Reportern. In der Schweiz jedoch entschieden die Behörden, keine Haftmassnahmen gegen die Betreiber Jacques und Jessica Moretti zu verhängen – wegen mangelnder Beweise und Fluchtgefahr.
Laut dem Botschafter soll das Deckmaterial im Gebäude brennbar gewesen sein – ein gravierender Verstoss gegen Sicherheitsstandards. Zudem sei ein Notausgang schlecht gekennzeichnet gewesen. Viele Gäste hätten ihn im Rauch und Chaos gar nicht wahrgenommen.










