Stille, Tränen – und Applaus.
Ganz Italien hält inne, um Abschied von jungen Leben zu nehmen, die viel zu früh endeten.
Bei den Beerdigungen der Opfer der Tragödie von Crans-Montana versammelten sich Hunderte Jugendliche, Familien, Freunde und Vertreter aus Politik und Kirche.
Abschied von Giovanni Tamburi in Bologna
Vor der Metropolitankathedrale San Pietro im Herzen Bolognas versammelte sich eine grosse Gruppe junger Menschen zur Beerdigung von Giovanni Tamburi, dem 16-Jährigen, der in der Silvesternacht im Club Le Constellation in Crans-Montana ums Leben kam.
Viele seiner Klassenkameraden kamen direkt vom Gymnasium Righi, das Giovanni besucht hatte. In der Stadt wehten die Flaggen an öffentlichen Gebäuden auf Halbmast. In den vorderen Reihen nahmen unter anderem Universitätsministerin Anna Maria Bernini, Kulturstaatssekretärin Lucia Borgonzoni, der Präsident der Emilia-Romagna Michele de Pascale sowie Bolognas Bürgermeister Matteo Lepore Platz.
Laut ansa.it war die Anteilnahme überwältigend – besonders die grosse Zahl junger Menschen prägte die Trauerfeier.
Kardinal Zuppi: „Giovanni ist wie ein Stern“
Der Erzbischof von Bologna, Kardinal Matteo Zuppi, konnte nicht persönlich anwesend sein, richtete jedoch eine bewegende Botschaft an die Trauergemeinde.
„Heute ist Giovanni wie ein Stern am Himmel, erleuchtet von Gottes Licht“, schrieb Zuppi. Er sprach von der Schönheit des Lebens, das Giovanni hatte und weitergegeben habe, und erinnerte auch an die anderen jungen Opfer der Tragödie.
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Worte der Eltern gehen unter die Haut
Besonders erschütternd waren die Worte von Giovannis Mutter:
„Es berührt mich zu sehen, wie sehr mein Sohn geliebt wurde. Ich habe einen Teil meines Lebens verloren, aber ich muss für meine anderen Kinder weitermachen.“
Sie äusserte auch Zweifel und Fragen: „Es ist erschreckend, dass so etwas passieren kann – besonders in einem Land wie der Schweiz, das so strenge Regeln hat.“
Der Vater Giuseppe Tamburi richtete sich mit tränenreicher Stimme an seinen Sohn:
„Am 1. Januar hast du dein Leben verloren – und ich habe es mit dir verloren.“
Er sprach über Giovannis Reife, seine Liebe zur Musik, zum Sport und zum Leben. Am Ende erhob sich die Kirche zu langem Applaus.
Abschied von Riccardo Minghetti in Rom
Zeitgleich fand in der Basilika Santi Pietro e Paolo in Rom die Beerdigung von Riccardo Minghetti statt. Auch hier begleiteten Applaus und tiefe Stille den Abschied.
Auf dem Sarg lagen ein Sporttrikot und weisse Rosen mit der Aufschrift: „Mama, Papa und Matilde“. Anwesend waren unter anderem der Präsident der Region Latium Francesco Rocca und Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri.
Riccardos Vater Massimo Minghetti sagte:
„In Zeiten der Not hat die Liebe immer gesiegt. Riccardo wird immer in unseren Herzen sein.“
Seine Mutter erinnerte sich an den letzten Abschied am Sessellift in Crans-Montana:
„Er rief ‚Mama, Mama‘ und bat mich um einen Kuss.“
Nationale Anteilnahme
In ganz Italien wurde am Morgen eine Schweigeminute in allen Schulen eingelegt. Bildungsminister Giuseppe Valditara sprach von einem Zeichen der Verbundenheit mit den Familien der Opfer.
Weitere Trauerfeiern finden in Mailand, Lugano und Genua statt. Die Beerdigung von Emanuele Galeppini, ebenfalls Opfer der Tragödie, wird auf Wunsch der Familie unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten.










