Die Bilder der Brandkatastrophe von Crans-Montana haben die Schweiz erschüttert.
Wochenlang kämpften zahlreiche Schwerverletzte in Spezialkliniken im In- und Ausland ums Überleben.
Jetzt gibt es einen wichtigen Hoffnungsschimmer: Alle Patientinnen und Patienten mit Lebensmittelpunkt in der Schweiz konnten zurück in Schweizer Kliniken verlegt werden.
Internationale Hilfe nach der Katastrophe
Nach dem Grossbrand vom 1. Januar 2026 stiessen die Kapazitäten der Schweizer Verbrennungszentren schnell an ihre Grenzen.
Dank der Unterstützung zahlreicher europäischer Länder konnten insgesamt 38 Patientinnen und Patienten in spezialisierte Kliniken nach Belgien, Deutschland, Frankreich und Italien verlegt werden.
Die internationalen Transporte erfolgten über den sogenannten Union Civil Protection Mechanism (UCPM).
22 Personen nun zurück in der Schweiz
Wie die zuständigen Behörden mitteilen, konnten inzwischen alle 22 Patientinnen und Patienten mit Lebensmittelpunkt in der Schweiz rückverlegt werden.
Die Anschlussbehandlungen erfolgen nun wieder in Schweizer Spitälern und spezialisierten Rehabilitationskliniken.
Spezialisten koordinierten die Rückverlegungen
Die komplexe Rückführung wurde durch ein sogenanntes Medical Board organisiert.
Daran beteiligt waren unter anderem:
- CHUV Lausanne
- Universitätsspital Zürich (USZ)
- Kinderspital Zürich (KiSpi)
- Suva-Kliniken Sion und Bellikon
- Nationale Alarmzentrale des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS)
Die Expertinnen und Experten koordinierten medizinische Betreuung, Transportkapazitäten und freie Klinikplätze.
Mit dem Abschluss der Rückverlegungen wurde das Medical Board offiziell aufgelöst.
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Die meisten Verletzten bleiben in der Westschweiz
Ein grosser Teil der Betroffenen wird weiterhin in der Westschweiz behandelt.
Besonders wichtig sei laut Behörden, dass die Rehabilitation möglichst nahe am Lebensmittelpunkt der Patientinnen und Patienten erfolgen könne.
Viele Verletzte wurden deshalb:
- zuerst in Verbrennungszentren in Lausanne oder Zürich behandelt
- anschliessend in Rehabilitationskliniken verlegt
- teilweise in die Suva-Klinik Sion überführt
In medizinisch komplexen Fällen erfolgen Behandlungen zusätzlich in der Suva-Klinik Bellikon.
Psychologische Betreuung bleibt zentral
Neben den körperlichen Verletzungen spielen auch psychische Belastungen eine grosse Rolle.
Die Kliniken bieten deshalb spezialisierte psychologische Unterstützung für Betroffene und Angehörige an.
Schweizer Kliniken weiterhin stark belastet
Trotz der erfolgreichen Rückverlegungen bleibt die Situation anspruchsvoll.
Ein Teil der intensivmedizinischen Kapazitäten im CHUV und im USZ wird weiterhin durch Opfer der Brandkatastrophe beansprucht.
Gleichzeitig müssen die Kliniken auch andere schwere Brandverletzungen aus dem Alltag bewältigen.
Die Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren der Kantone koordinieren deshalb weiterhin die verfügbaren Rehabilitationsplätze.
Europa half der Schweiz in der Krise
Kurz nach der Katastrophe hatten insgesamt 24 europäische Staaten ihre Unterstützung angeboten.
Dazu gehörten:
- spezialisierte Verbrennungsbehandlungsplätze
- medizinische Teams
- internationale Patiententransporte
- zusätzliche Intensivkapazitäten
Die Behörden betonen, dass ein Massenanfall schwer verbrannter Opfer heute nur durch internationale Zusammenarbeit bewältigt werden könne.
Schweiz plant Beitritt zum europäischen Schutzmechanismus
Das Verteidigungsdepartement arbeitet unterdessen weiter an einem möglichen Beitritt der Schweiz zum europäischen Katastrophenschutzmechanismus UCPM.
Derzeit ist eine vollständige Teilnahme für Drittstaaten wie die Schweiz rechtlich noch nicht möglich.
Die EU-Kommission hatte jedoch bereits 2025 Anpassungen vorgeschlagen, welche die Teilnahme der Schweiz künftig ermöglichen könnten.






