140 Jahre Geschichte – und ein neuer Auftrag.
Das frisch sanierte Staatsgebäude in Chur wurde heute offiziell dem Obergericht übergeben.
Damit ist die Justizreform 3 nicht nur umgesetzt, sondern auch räumlich angekommen.
Ein neues Kapitel für die Bündner Justiz
Obergericht seit Anfang 2025 in Betrieb
Regierungsrätin Carmelia Maissen übergab am Mittwoch das umfassend sanierte und erweiterte Staatsgebäude an Obergerichtspräsident Remo Cavegn.
Die Reform hat Gewicht:
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Zusammenführung von Kantonsgericht und Verwaltungsgericht
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beschlossen von der Stimmbevölkerung im November 2022
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operativ gestartet per Anfang 2025
Das Obergericht ist nun die oberste kantonale Instanz für:
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Verfassungsrecht
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Verwaltungsstreitigkeiten
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Sozialversicherungsrecht
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Zivil- und Strafsachen
Bis vor Kurzem war das Gericht noch an zwei Standorten untergebracht. Nun ist es vereint – unter einem Dach.

Ein Gebäude mit viel Geschichte
Erbaut 1877/1878 – einst Sitz des Grossen Rats und mehr
Das Staatsgebäude an der Grabenstrasse 30 wurde 1877/78 vom Churer Architekten Johannes Ludwig errichtet.
Seine eindrucksvolle Vergangenheit:
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erstes offizielles Staatsgebäude Graubündens
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Sitz des Grossen Rats, der Kantonalbank und des Kantonsgerichts
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während des Ersten Weltkriegs: Unterkunft des Platzkommandos Chur
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ab den 1920er-Jahren: Standort des Tiefbauamtes Graubünden
«Das Staatsgebäude ist ein geschichtsträchtiges Haus, das eine wichtige Rolle für den Kanton erfüllt», sagte Maissen.
Sanierung und Erweiterung in Rekordzeit
Umbau mit denkmalpflegerischer Begleitung
Die Sanierungsarbeiten begannen im Mai 2023. Dabei wurden:
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die ursprünglichen Raumstrukturen wiederhergestellt
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historische Elemente behutsam renoviert
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moderne Arbeitsräume in den Anbau integriert
Besonders hervorzuheben:
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Wiederherstellung des alten Lichthofs
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Rekonstruktion des zweistöckigen Grossratssaals
→ heute der neue grosse Gerichtssaal mit originalen Kunstverglasungen und historischen Kronleuchtern
Ein neu gestalteter Park verbindet:
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Villa Brügger
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Gartenpavillon
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Staatsgebäude

Projektziele erreicht – Zeitplan eingehalten
Grosses Lob für Planung und Ausführung
Kantonsbaumeister Andreas Kohne unterstrich:
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äusserst straffer Zeitplan
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hohe Komplexität
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präzise Koordination aller Beteiligten
Trotz Herausforderungen wurden alle Termine eingehalten.
Regionale Unternehmen prägten das Projekt
Verantwortlich für Planung und Ausführung:
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Aebi & Vincent Architekten AG, Bern
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Fanzun AG, Chur
Bei den Bauarbeiten kamen mehrheitlich regionale Unternehmen zum Einsatz – ein Pluspunkt für die lokale Wirtschaft.
Kosten im bewilligten Rahmen
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Projektbudget: 29,2 Millionen Franken
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Kredit genehmigt durch den Grossen Rat (Juni 2022)
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Bestätigt durch die Stimmbevölkerung am 27. November 2022










