Während der chinesische Automarkt schwächelt, steigern Hersteller ihre Exporte massiv. Besonders Elektroautos werden weltweit verkauft – auch Schweizer Käufer greifen zunehmend zu Marken aus China.
Inlandsgeschäft bricht ein, Exporte boomen
Der chinesische Automarkt steht weiterhin unter Druck. Im Juni verkauften die Hersteller in der Volksrepublik 1,602 Millionen Personenwagen. Das entspricht einem Rückgang von rund 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Gleichzeitig entwickelte sich das Auslandsgeschäft deutlich besser: Chinesische Autobauer exportierten im Juni rund 877’000 Fahrzeuge – ein Plus von 82 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Besonders stark wächst der Export von Elektro- und Hybridfahrzeugen. Die sogenannten «New Energy Vehicles» (NEV) legten im Auslandsgeschäft um mehr als 150 Prozent zu.
Chinesische Marken gewinnen Marktanteile in der Schweiz
Auch auf dem Schweizer Automarkt werden chinesische Hersteller immer sichtbarer. Marken wie BYD und Zeekr bauen ihre Präsenz aus und profitieren von der steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen.
Der zur chinesischen Geely-Gruppe gehörende Hersteller Zeekr startete im Juni in der Schweiz und verkaufte bereits im ersten Monat 116 Elektroautos.
BYD, das seit über einem Jahr auf dem Schweizer Markt aktiv ist, setzte im Juni 790 Fahrzeuge ab. Damit verkaufte die Marke gleich viele Autos wie Dacia und lag nur knapp hinter etablierten Herstellern wie Renault.
Schweizer Automarkt zeigt leichte Erholung
Während chinesische Hersteller stark wachsen, konnten auch Schweizer Autohändler zuletzt bessere Zahlen melden.
Nach mehreren Jahren mit rückläufigen Verkäufen verzeichnete der Schweizer Automarkt im Juni 2026 ein Plus von 15 Prozent. Seit Jahresbeginn wurden rund 3 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
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Elektroautos treiben den Wandel
Der chinesische Branchenverband CPCA sieht die Elektrifizierung als wichtigen Wachstumstreiber. Der Rückgang bei klassischen Verbrennerfahrzeugen beschleunige den Wechsel zu Elektroautos.
Gleichzeitig entsteht jedoch eine stärkere Spaltung im Markt: Während Premium-Elektrofahrzeuge weiter wachsen, steigt der Druck bei günstigen Modellen durch den intensiven Wettbewerb.
Steigende Kosten belasten Autobauer
Trotz steigender Exporte kämpfen viele chinesische Hersteller mit sinkenden Margen. Höhere Kosten für speziell entwickelte Autohalbleiter sowie schwankende Preise für Lithiumcarbonat, einen wichtigen Rohstoff für Batterien, belasten die Unternehmen.
Zusätzlich schwächt die Immobilienkrise in China die Konsumstimmung. Hohe Arbeitslosigkeit und eine vorsichtige Kaufbereitschaft drücken auf die Nachfrage im Inland.
China setzt auf globale Expansion
Trotz der Probleme im heimischen Markt bleibt die internationale Expansion ein zentraler Bestandteil der Strategie chinesischer Autobauer.
Der Branchenverband rechnet für das Gesamtjahr weiterhin mit einem schwierigen Marktumfeld. Ab Juli könnten jedoch Steuerreformen und eine bessere Versorgung mit Chips für eine schrittweise Erholung sorgen.
Der Trend ist klar: Während der chinesische Binnenmarkt schwächelt, werden chinesische Elektroautos weltweit immer präsenter – auch in der Schweiz.






