China reagiert mit scharfer Kritik auf die Strafe der Europäischen Union gegen den Online-Marktplatz Aliexpress. Die EU-Kommission verhängte gegen die Plattform eine Busse von 550 Millionen Euro wegen unzureichender Massnahmen gegen illegale Produkte. Peking wirft der EU nun diskriminierende Handelsbeschränkungen vor.
Peking spricht von digitalen Barrieren gegen chinesische Unternehmen
Die chinesische Regierung hat die EU-Strafe gegen Aliexpress deutlich kritisiert. Das Handelsministerium in Peking erklärte, China sei «stark unzufrieden» und «ernsthaft besorgt» über die Entscheidung der Europäischen Union.
Nach Ansicht der chinesischen Behörden nutze die EU die Regulierung digitaler Plattformen, um Handelsbarrieren aufzubauen. Chinesische Onlinehändler würden dadurch mit diskriminierenden Massnahmen belastet und in ihrem Geschäft in Europa eingeschränkt.
China kündigte an, chinesische Unternehmen bei der Wahrung ihrer Rechte zu unterstützen. Zudem werde die Regierung Massnahmen prüfen, um die Interessen der betroffenen Firmen zu schützen.
Aliexpress gehört zum chinesischen Alibaba-Konzern und zählt zu den weltweit bekannten Online-Marktplätzen für internationale Händler.
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EU verhängt Millionenstrafe wegen illegaler Produkte
Die Europäische Kommission hatte Aliexpress zuvor mit einer Strafe von 550 Millionen Euro belegt. Grund dafür waren Vorwürfe, dass die Plattform nicht ausreichend gegen den Verkauf illegaler Produkte vorgegangen sei.
Nach Angaben der EU-Kommission wurden unter anderem gefälschte Kleidung, unsichere Spielzeuge und gefährliche Kosmetikprodukte über die Plattform angeboten. Die zuständigen Händler seien teilweise nicht ausreichend daran gehindert worden, solche Waren weiterzuverkaufen.
Die EU sieht darin einen Verstoss gegen die europäischen Regeln für digitale Plattformen. Betreiber von Online-Marktplätzen müssen demnach stärker sicherstellen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher vor gefährlichen oder illegalen Produkten geschützt werden.
Die Kommission kritisierte zudem, dass Händler, die eigentlich für Verstösse hätten sanktioniert werden sollen, ihre Aktivitäten teilweise fortsetzen konnten.
Auch Schweiz kämpft gegen illegale Produkte
Auch in der Schweiz gelangen immer wieder illegale oder gefälschte Produkte in den Handel. Zollbehörden stellten in der Vergangenheit unter anderem gefälschte Münzen, unerlaubte Laserpointer und gefälschte Briefmarken sicher.
Chinesische Plattformen wie Temu oder Shein gehören zwar zu den bekannten internationalen Anbietern, sie stellen jedoch nicht den grössten Anteil der Schweizer Paketimporte dar.
Nach Angaben der Schweizerischen Post stammen rund 11 bis 12 Prozent der jährlich verschickten 237 Millionen Pakete aus Asien. Ein deutlich grösserer Anteil wird von Schweizer Onlinehändlern versendet.
Die Debatte um Aliexpress zeigt die zunehmende Spannung zwischen strengeren Regeln für digitale Plattformen in Europa und den Interessen internationaler Onlinehändler.






