Gemeinsames Manöver in Südafrika soll Handelsrouten sichern
China und mehrere BRICS-Staaten haben eine gemeinsame Marineübung begonnen, um ihre maritime Zusammenarbeit und Sicherheit auf See zu stärken. An dem Manöver beteiligen sich unter anderem Brasilien, Russland, Indien und Südafrika – mit China als federführender Nation.
„Wille für den Frieden 2026“ in südafrikanischen Gewässern
Die Übung mit dem Codenamen „Wille für den Frieden 2026“ findet in südafrikanischen Gewässern statt und soll am 16. Januar abgeschlossen werden. Der Schwerpunkt liegt auf:
gemeinsamen maritimen Sicherheitsoperationen
Interoperabilitätsübungen zwischen den Marinen
Schutz von Handels- und Seewegen
Das chinesische Militär erklärte, das Manöver solle die operative Zusammenarbeit vertiefen und die Fähigkeit der beteiligten Staaten verbessern, gemeinsam auf Bedrohungen zur See zu reagieren.
Warum das geopolitisch relevant ist
BRICS gilt als Plattform des Globalen Südens und wird zunehmend als Gegenpol zur westlich dominierten G7 wahrgenommen. Das Manöver findet in einer Phase statt, in der China seine militärische Präsenz über Ostasien hinaus ausbaut, während die USA ihren strategischen Fokus zuletzt stärker auf die westliche Hemisphäre gelegt haben.
Beobachter verweisen zudem auf den zeitlichen Zusammenhang mit der Beschlagnahmung mehrerer Öltanker durch die USA, darunter ein Schiff unter russischer Flagge. Laut newsweek.com wird das BRICS-Manöver daher auch als Signal wachsender strategischer Abstimmung zwischen den beteiligten Staaten gewertet.
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Kriegsschiffe aus mehreren Ländern beteiligt
Fotos der südafrikanischen Streitkräfte zeigen, dass unter anderem der chinesische Zerstörer CNS Tangshan sowie das Versorgungsschiff CNS Taihu im Marinestützpunkt Simon’s Town nahe Kapstadt eingelaufen sind. Zusammen mit der Fregatte CNS Daqing bildeten sie eine chinesische Eskortgruppe, die zuvor im Golf von Aden zum Schutz vor Piraterie im Einsatz war.
Neben China beteiligten sich auch der Iran mit mehreren Schiffen sowie Russland mit einer Korvette und einem Versorgungsschiff. Nicht alle neu aufgenommenen BRICS-Plus-Staaten entsandten jedoch Marineeinheiten.
Offiziell kein Signal gegen Dritte
Sowohl China als auch Südafrika betonten, das Manöver richte sich nicht gegen ein bestimmtes Land oder Bündnis. Ziel sei es vielmehr, den freien und sicheren Seehandel zu gewährleisten und den Austausch bewährter militärischer Verfahren zu fördern.
Die chinesische Staatszeitung Global Times sprach von einem Beitrag zu einer „fairen und geordneten maritimen Ordnung“ und zu einer stärkeren Partnerschaft zwischen den beteiligten Staaten.
Mehr gemeinsame Manöver denkbar
Militärexperten halten es für wahrscheinlich, dass die BRICS-Staaten ähnliche Marineübungen künftig regelmässig durchführen. Damit würde die Gruppe ihre maritimen Fähigkeiten weiter ausbauen und ihren Anspruch untermauern, auch sicherheitspolitisch enger zusammenzuarbeiten.
Wächst hier ein neues maritimes Gegengewicht zum Westen?










