Caracas kommt nicht zur Ruhe.
Nach der Festnahme von Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte eskaliert die Lage in Venezuelas Hauptstadt. Schüsse fallen, die neue Macht greift durch – und Maduros Anhänger protestieren.
Festnahme von Maduro bringt Machtvakuum
Nach dem Zugriff eines US-Kommandos auf Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro hat dessen loyale Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Amtsgeschäfte übernommen. Nur Stunden später rief sie in Caracas den Ausnahmezustand aus und liess nach Mitverschwörern fahnden.
Laut einem Dekret der Übergangsregierung sollten alle Polizeieinheiten gezielt nach Personen suchen, die mit dem US-Angriff in Verbindung stehen. Zahlreiche Menschen wurden bereits festgenommen, darunter auch 14 Journalisten, die später wieder freikamen.
Maduros Aussage vor US-Gericht
Der abgesetzte Präsident wurde am Montag in New York einem US-Gericht vorgeführt. Ihm werden Drogendelikte und Verschwörung zur Unterstützung krimineller Kartelle vorgeworfen. Medienberichten zufolge erklärte Maduro dort in Häftlingskleidung:
„Ich bin nicht schuldig. Ich wurde entführt. Ich bin ein anständiger Mensch.“
Die nächste Anhörung ist für den 17. März angesetzt.
Schüsse im Zentrum von Caracas
In der Nacht kam es zu heftigen Schusswechseln rund um den Präsidentenpalast. Videos zeigen gepanzerte Fahrzeuge auf den Strassen. Laut offizieller Stellen seien Drohnen ohne Genehmigung über das Regierungsviertel geflogen, woraufhin Sicherheitskräfte das Feuer eröffneten.
Ein Sprecher der Regierung betonte, die Lage sei „unter Kontrolle“. Caracas ist seit Langem von bewaffneten Gruppen geprägt – darunter kriminelle Banden und regierungsnahe Milizen wie die sogenannten Colectivos.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Delcy Rodríguez übernimmt offiziell das Amt
Delcy Rodríguez, die langjährige Vizepräsidentin, wurde in der Nationalversammlung vereidigt – durch ihren Bruder, Parlamentspräsident Jorge Rodríguez. In ihrer Ansprache versprach sie, „Frieden und Stabilität wiederherzustellen“.
Unklar bleibt, ob ihre Machtübernahme als dauerhafte Nachfolge im Sinne der Verfassung gilt – oder ob innerhalb von 30 Tagen Neuwahlen angesetzt werden müssen.
US-Präsident Donald Trump erklärte gegenüber NBC News, vorerst werde es keine Neuwahlen geben. „Wir müssen das Land zuerst wieder in Ordnung bringen.“
Demonstrationen für Maduro – Kritik am US-Vorgehen
In Caracas demonstrierten Tausende für die Freilassung Maduros. Sein Sohn, der Abgeordnete Nicolás Maduro Guerra, sprach vor den Versammelten von einer „ungerechtfertigten Gefangennahme“.
Auch im UN-Sicherheitsrat kam es zu scharfer Kritik: Russland, China und Venezuela bezeichneten das Vorgehen der USA als völkerrechtswidrig. Der russische UN-Botschafter warnte vor einer Rückkehr zur „US-Dominanz durch Chaos und Gewalt“.
Wie gmx.ch berichtete, sprachen sich hingegen Länder wie Chile, Panama und mehrere EU-nahe Staaten für einen demokratischen Übergang aus – jedoch ohne Anerkennung Maduros oder der US-Militäraktion.
Oppositionsführerin Machado erhebt schwere Vorwürfe
Die bekannte Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado meldete sich von einem unbekannten Ort zu Wort. Sie kündigte ihre baldige Rückkehr nach Venezuela an – und warf Übergangspräsidentin Rodríguez Folter, Korruption und Drogenverbindungen vor.
Machtkampf in Venezuela spitzt sich zu
Die Machtübernahme durch Delcy Rodríguez, die Gewalt in Caracas und Maduros Auftritt in New York markieren einen Wendepunkt in der venezolanischen Krise.
Noch ist unklar, ob das Land nun den Weg in Richtung Stabilität oder in einen längeren Machtkampf einschlägt.










