Die Spannungen im Iran erreichen einen neuen Höhepunkt.
Nach wochenlangen Protesten richtet das geistliche Oberhaupt scharfe Drohungen an die Bevölkerung.
Die Wortwahl ist drastisch – und die Schuldfrage klar verteilt.
Scharfe Worte von Irans oberstem Führer
Angesichts der anhaltenden Massenproteste hat Ayatollah Ali Chamenei den Demonstranten offen gedroht. In einer Rede anlässlich eines religiösen Feiertags erklärte das geistliche Oberhaupt, man werde den sogenannten „Aufrührern das Rückgrat brechen“.
„Mit Gottes Gnade muss die iranische Nation den Aufrührern das Rückgrat brechen“, sagte Chamenei und fügte hinzu, dass einheimische Verbrecher nicht verschont würden. Laut gmx.net sprach er zugleich von Tausenden Todesopfern im Zuge der Unruhen, machte dafür jedoch die Protestierenden selbst verantwortlich.
Tausende Tote – unterschiedliche Darstellungen
Chamenei räumte ein, dass es zahlreiche Tote gegeben habe, einige seien auf „unmenschliche, brutale Weise“ ums Leben gekommen. Verantwortung dafür trügen aus seiner Sicht jedoch die Aufständischen.
Iranische Aktivisten und Menschenrechtsgruppen widersprechen dieser Darstellung. Sie berichten von massivem Gewalteinsatz durch Sicherheitskräfte, darunter gezielte Kopfschüsse. Unabhängige Überprüfungen sind wegen der Informationssperre kaum möglich.
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Trump als Hauptschuldiger benannt
Besonders scharf ging Chamenei mit den USA ins Gericht. Noch gefährlicher als „einheimische Verbrecher“ seien internationale Akteure. Konkret machte er US-Präsident Donald Trump für die Proteste verantwortlich.
Trump habe die Demonstrierenden ermutigt und aktiv in die Unruhen eingegriffen. Die Vereinigten Staaten müssten für die Opfer und Schäden zur Rechenschaft gezogen werden. Chamenei sprach von einer „amerikanischen Verschwörung“ mit dem Ziel, den Iran politisch, militärisch und wirtschaftlich zu kontrollieren.
Proteste durch Wirtschaftskrise ausgelöst
Auslöser der Proteste war Ende Dezember eine massive Wirtschaftskrise mit extrem hoher Inflation. Rasch wandelten sich die Demonstrationen jedoch zu landesweiten Protesten gegen das autoritäre System der Islamischen Republik.
Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights geht von mindestens 3.428 getöteten Demonstrierenden aus. Die iranische Regierung weist diese Zahlen zurück.
US-Reaktionen zuletzt zurückhaltender
Donald Trump hatte Teheran zunächst mehrfach mit einem Eingreifen der USA gedroht. In den vergangenen Tagen schlug er jedoch einen moderateren Ton an und erklärte, er habe aus „zuverlässigen Quellen“ erfahren, dass die Tötungen gestoppt worden seien.
Zudem bedankte sich Trump zuletzt bei der iranischen Führung für die angebliche Absage geplanter Hinrichtungen – Aussagen, die von Teheran nun deutlich zurückgewiesen wurden.










