Der Bundesrat will Verwaltungsprozesse mit künstlicher Intelligenz und Automatisierung effizienter gestalten. Ein neuer Bericht nennt fünf Bereiche, in denen digitale Lösungen künftig verstärkt eingesetzt werden sollen. Ziel sind kürzere Verfahren, weniger administrativer Aufwand und eine bessere Nutzung der verfügbaren Ressourcen.
Automatisierung soll Verwaltung entlasten
Der Bundesrat hat am 2. Oktober 2026 den Bericht «Effizienzsteigerung von Verwaltungsprozessen durch Prozessautomatisierung und künstliche Intelligenz» verabschiedet. Damit erfüllt er das Postulat 24.3582 von Nationalrat Andri Silberschmidt. Der Bericht legt Leitlinien für den verstärkten Einsatz von Automatisierung und künstlicher Intelligenz in der Bundesverwaltung fest.
Nach Ansicht des Bundesrates können digitale Systeme dazu beitragen, den Verwaltungsaufwand für Bevölkerung und Wirtschaft zu reduzieren. Gleichzeitig sollen Bearbeitungszeiten verkürzt, die Qualität von Abläufen verbessert und Mitarbeitende bei Routineaufgaben entlastet werden.
Eine Rolle spielt dabei auch die langfristige Entwicklung der Bundesverwaltung. Wegen des demografischen Wandels und der zunehmenden Datenmengen müsse die Verwaltung künftig gleich viele oder sogar mehr Aufgaben mit weniger Personalressourcen bewältigen können, schreibt der Bundesrat.
Fünf Bereiche stehen im Mittelpunkt
Der Bericht definiert fünf prioritäre Anwendungsbereiche. Dazu gehört zunächst die Geschäftsverwaltung. Prozesse wie Ämterkonsultationen sollen stärker miteinander verknüpft und teilweise automatisiert werden – von der Einreichung eines parlamentarischen Vorstosses bis zu dessen Umsetzung.
Ein zweiter Schwerpunkt betrifft die Übersetzungsarbeit. Gemeinsame technologiegestützte Lösungen sollen die Übersetzungsprozesse vereinfachen und gleichzeitig die Mehrsprachigkeit der Bundesverwaltung unterstützen.
Auch bei der Prüfung von Gesuchen und Fällen sieht der Bundesrat Potenzial. Automatisierte Abläufe könnten dazu beitragen, Wartezeiten zu verkürzen und Entscheide schneller vorzubereiten.
Daten als Grundlage für automatisierte Prozesse
Ein weiterer Schwerpunkt ist das Datenmanagement. Daten sollen einfacher extrahiert, standardisiert und harmonisiert werden können. Damit soll eine verlässliche Grundlage für automatisierte Prozesse geschaffen werden.
Beim fünften Bereich handelt es sich um betriebswirtschaftliche Supportprozesse. Dazu zählen beispielsweise Finanz- und Beschaffungstransaktionen. Automatisierte Systeme sollen unter anderem Prüfungen auf Richtigkeit, Vertragsbezug, Budgetkonformität und die Einhaltung interner Vorgaben vereinfachen und beschleunigen.
Bundesverwaltung will KI-Lösungen besser koordinieren
Als nächsten Schritt will die Bundesverwaltung ihre Übersicht über die eingesetzten, beschafften und selbst entwickelten KI-Systeme sowie Automatisierungslösungen verbessern. Dadurch sollen bestehende Lösungen innerhalb der Verwaltung leichter gefunden und mehrfach genutzt werden können.
Gleichzeitig sollen Synergien zwischen verschiedenen Projekten stärker ausgeschöpft werden. Die verfügbaren Mittel sollen nach Angaben des Bundesrates auf jene Anwendungen konzentriert werden, bei denen ein besonders hohes Potenzial für Effizienzgewinne besteht.
Die Bundesverwaltung verfügt bereits über eine KI-Strategie und einen Umsetzungsplan für die Jahre 2026 bis 2028. Zu den laufenden Massnahmen gehören unter anderem die Erfassung des KI-Potenzials für die Prozessoptimierung und die Bereitstellung eines verwaltungsinternen generativen KI-Systems für Mitarbeitende.
Dabei soll der Einsatz von KI weiterhin menschenzentriert, vertrauenswürdig und nachhaltig erfolgen. Bestehende Vorgaben zu Datenschutz, Informationssicherheit und der menschlichen Verantwortung für KI-generierte Inhalte bleiben bestehen.






