Ein Schuss in die Brust – und ein neuer Sturm beginnt
Ein Bundesagent hat am Dienstagmorgen im Viertel Eat Street im Süden von Minneapolis einen 37-jährigen weissen US-Amerikaner erschossen.
Der tödliche Vorfall ereignete sich laut mehreren Zeug:innen in unmittelbarer Nähe des Donut-Shops „Glam Doll Donuts“ an der Ecke Nicollet Avenue und 26th Street. Das Opfer soll aus kurzer Distanz in die Brust getroffen worden sein.
Was über die tödlichen Schüsse bekannt ist
Der Vorfall ereignete sich gegen 9 Uhr. Der Mann soll bewaffnet gewesen sein – mit einer Sig Sauer Emperor Scorpion, wie die Polizei später bekannt gab. Ob er die Waffe tatsächlich gezogen hatte oder sie lediglich bei sich trug, bleibt unklar. Die örtliche Polizei bestätigte, dass der Mann legaler Waffenbesitzer war.
Der Einsatz erfolgte durch das US-Heimatschutzministerium, unterstützt durch Beamte der Einwanderungsbehörde ICE. Laut dem Polizeichef von Minneapolis, Brian O’Hara, seien mehrere Bundesagenten beteiligt gewesen. Die Situation sei „dynamisch“ gewesen, eine genaue Rekonstruktion laufe noch.
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Kritik am Vorgehen: ICE steht erneut im Fokus
Nach dem tödlichen Vorfall regt sich massive Kritik – nicht nur an der Gewaltanwendung, sondern auch an der Anwesenheit der ICE-Einheit in Minneapolis. Bürgermeister Jacob Frey forderte eine Überprüfung des Einsatzes. Gouverneur Tim Walz nannte den Vorfall „abstossend“.
ICE war bereits zuvor unter Kritik geraten: Medienberichten zufolge wurden ein Vater und sein zweijähriges Kind in Minneapolis festgenommen und nach Texas gebracht – obwohl ein Bundesrichter am Abend die Freilassung des Kindes angeordnet hatte.
Proteste und Massenfestnahmen am Flughafen
Noch am Abend kam es zu organisierten Protesten im gesamten Stadtgebiet. Am internationalen Flughafen Minneapolis–St. Paul wurden etwa 100 Geistliche und Aktivisten festgenommen, die gegen die Bundespolitik demonstrierten.
Sie hatten sich vor dem Terminal versammelt, sangen Kirchenlieder und rezitierten das Vaterunser – trotz eisiger Temperaturen. Die Polizei sprach von „Störung des Flugbetriebs“ und verweist auf Auflagenverletzungen.
Kommentar: Der nächste Kipppunkt
Der tödliche Schuss eines Bundesagenten, die Festnahme eines Kleinkindes, Massenproteste: Die Situation in Minneapolis erinnert gefährlich an frühere Eskalationen.
Die Frage, wer in diesem Fall die Verantwortung trägt, ist noch offen – doch die gesellschaftliche Wirkung ist schon spürbar. ICE steht wieder einmal im Zentrum der Kritik. Und Minneapolis wird erneut zur Bühne für eine landesweite Debatte über Gewalt, Migration und Machtmissbrauch.










