Der britische Rechtspopulist Nigel Farage sorgt erneut für Schlagzeilen: Der Vorsitzende von Reform UK legt sein Parlamentsmandat nieder und will bei einer Nachwahl erneut antreten. Auslöser sind Vorwürfe rund um nicht deklarierte finanzielle Zuwendungen und ein Millionengeschenk, die ihn zuletzt politisch unter Druck gesetzt hatten.
Farage erklärte bei einer Pressekonferenz in London, dass er sein Mandat im Wahlkreis Clacton niederlege. Gleichzeitig kündigte er an, erneut um den Sitz kämpfen zu wollen. «Ich werde kämpfen, um zu gewinnen», sagte der Politiker und warf Medien eine Kampagne gegen ihn und seine Familie vor.
Laut GMX steht Farage wegen mehrerer umstrittener finanzieller Vorgänge unter Druck. Unter anderem geht es um Unterstützungsleistungen seines langjährigen Verbündeten George Cottrell sowie um ein persönliches Geldgeschenk in Höhe von fünf Millionen Pfund, das vor seiner Wahl ins britische Unterhaus nicht als Spende angegeben worden sein soll. Farage weist die Vorwürfe zurück und betont, alle Regeln eingehalten zu haben.
Millionengeschenk sorgt für politische Turbulenzen
Abgeordnete in Grossbritannien müssen Nebeneinkünfte und Spenden offenlegen, teilweise auch für den Zeitraum vor ihrer Wahl. Diese Vorgaben führten in den vergangenen Wochen zu kritischen Fragen an Farage.
Die britische Zeitung «Sunday Times» berichtete, dass Farage Unterstützungsleistungen von George Cottrell möglicherweise nicht korrekt angegeben habe. Der ehemalige Geschäftspartner und Unterstützer war wegen Betrugs verurteilt worden. Farage bestreitet jedoch jegliches Fehlverhalten.
Zusätzlich sorgte ein Bericht des «Guardian» für Aufsehen. Demnach erhielt Farage kurz vor seiner Wahl ein persönliches Geschenk über fünf Millionen Pfund. Der Vorgang wird derzeit vom Beauftragten für parlamentarische Standards untersucht.
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Reform UK mit starken Umfragewerten
Trotz der Kontroversen gilt Farages politische Karriere nicht als beendet. Seine Partei Reform UK liegt in Umfragen seit längerer Zeit vor der Regierungspartei Labour und den Konservativen.
Beobachter führen den Erfolg der Partei stark auf Farages persönliche Popularität zurück. Bei den Regional- und Kommunalwahlen konnte Reform UK zahlreiche Mandate gewinnen und setzte damit besonders Labour unter Druck.
Ein erneuter Wahlerfolg könnte Farage langfristig sogar näher an eine mögliche Regierungsverantwortung bringen. Ein Einzug in die Downing Street nach der nächsten Parlamentswahl wird politisch inzwischen nicht mehr ausgeschlossen.
Taktische Rücktritte gehören zu Farages Strategie
Für Farage ist der Rückzug aus einem politischen Amt kein neues Muster. Bereits nach dem Brexit-Referendum 2016 trat er als Chef der UK Independence Party (UKIP) zurück, kehrte später jedoch mit der Brexit-Partei zurück.
Nach der Umbenennung der Partei in Reform UK zog er sich erneut zurück, bevor er kurz vor der Parlamentswahl 2024 wieder an die Parteispitze zurückkehrte.
Nun könnte sein Rücktritt aus dem Parlament der nächste Schritt einer politischen Strategie sein – mit dem Ziel eines erneuten Comebacks.






