Als Hilfe begann – und im Albtraum endete
Zwei Jahrzehnte lang lebte eine Frau isoliert, geschlagen, ausgehungert und gezwungen zur Arbeit – direkt im Haus ihrer Peinigerin.
In Tewkesbury, einer Kleinstadt in den englischen Cotswolds, kommt 1996 eine junge Frau bei einer Bekannten unter. Was als Unterstützung gedacht war, entwickelt sich zur systematischen Unterdrückung.
Erst im Jahr 2021 gelingt der Frau die Flucht – mit einem Handy, das sie heimlich nutzt. Ihr Zustand: erbärmlich.
Der Alltag der Sklavin – Schläge, Hunger, Isolation
Die Täterin, Amanda Wixon (56), hielt die Frau im Haus ihrer Familie gefangen. Sie verweigerte ihr Nahrung, medizinische Versorgung und grundlegende Hygiene.
Die Frau musste auf den Knien Böden schrubben, kochen, Kinder baden, ohne sich selbst waschen zu dürfen. Es gab nur eine Mahlzeit täglich – meist Reste. Wenn Arbeiten nicht korrekt ausgeführt wurden, kam es zu Gewalt.
Mehrfach wurde das Opfer gewürgt, mit Reinigungsmitteln misshandelt oder mit einem Besen geschlagen – laut Aussage verlor sie dabei sogar Zähne.
In dem Haushalt lebten auch Wixons zehn Kinder – die Frau wurde gezwungen, sich um sie zu kümmern, hatte aber selbst kaum Zugang zu Kleidung oder Pflege.
Laut einem Bericht von gmx.ch wurden der Frau im Jahr 2000 sogar Sozialleistungen zugesprochen – diese landeten allerdings auf Wixons Konto. Das Opfer selbst lebte in Armut.
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Befreiung und Schock bei der Polizei
Am 15. März 2021 gelingt es dem Opfer, über ein Handy Hilfe zu rufen. Die Polizei findet sie verstört, abgemagert, mit Prellungen und in einem Raum mit verschimmelten Wänden, verdreckten Laken und ohne Licht.
Spitalärzte diagnostizieren Narben um den Mund – vermutlich durch Reinigungsmittel.
Detective Constable Emma Jackson erklärte:
„Wixon hielt ein extrem schutzbedürftiges Opfer über zwei Jahrzehnte lang unter entsetzlichen Bedingungen gefangen. Ich zolle dem Opfer meinen Respekt – es war unglaublich mutig, Hilfe zu rufen.“
Ein Leben nach der Gefangenschaft
Heute lebt das Opfer, mittlerweile über 40 Jahre alt, in einer Pflegefamilie. Laut Polizei leidet sie an Lernschwierigkeiten und verarbeitet das Erlebte mit therapeutischer Unterstützung. Sie hat starke Reinlichkeitszwänge und trägt jetzt lange Haare – ein Wunsch, der ihr zuvor verweigert wurde.
Wixon hingegen behauptet, sie habe nur helfen wollen. Die Missbrauchsvorwürfe bezeichnete ihr Anwalt als „Fantasie und Lüge“. Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht.
Verurteilung wegen moderner Sklaverei
Nach 13 Prozesstagen wurde Amanda Wixon am 21. Januar 2026 schuldig gesprochen – unter anderem wegen Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Anordnung zur Zwangsarbeit.
Das Strafmass wird am 12. März verkündet. Bis dahin befindet sich Wixon auf freiem Fuss – unter Auflagen.
Die Frage, wie ein solches Martyrium über mehr als 20 Jahre unentdeckt blieb, beschäftigt die britische Öffentlichkeit. Sozialdienste hatten zwar Kontakt zur Familie – aber nur in den späten 1990er-Jahren. Danach verschwand die Frau einfach aus dem System.










