Ein Erdrutsch oberhalb des Dorfes Brienz/Brinzauls in Graubünden hat sich am Mittwoch erneut beschleunigt und erreicht inzwischen eine Geschwindigkeit von 17 Metern pro Tag. Geologen schätzen, dass bereits 25 bis 50 % des Plateaus Ost abgerutscht sind. Die Informationen stammen laut rsi.ch aus der Mitteilung der Gemeinde Albula/Alvra.
Die Gefahr eines plötzlichen Einsturzes des gesamten Bereichs, der rund 300.000 Kubikmeter Material umfasst, besteht weiterhin. Auch das Risiko, dass Geröll das evakuierte Dorf erreicht, bleibt hoch.
Ein Erdrutsch, der seit Jahren Sorgen bereitet
Die Hangbewegung oberhalb von Brienz ist kein neues Phänomen: Seit Jahrzehnten beobachten Fachleute zunehmende Instabilitäten, doch in den letzten Jahren hat sich die Lage markant verschärft. Bereits 2019 registrierten Behörden ungewöhnliche Rutschungen, worauf die Überwachung ausgebaut wurde.
Im Mai 2023 erreichte der Erdrutsch Rekordwerte – das Dorf musste komplett evakuiert werden. Seitdem wurden Sensoren, Frühwarnsysteme und geologische Messnetze installiert, um die Lage permanent zu beobachten. Trotz aller Massnahmen bewegt sich der Hang weiter und zeigt, wie fragil das alpine Terrain dort ist.
Geröllhaufen bewegt sich ebenfalls schneller
Die herabgestürzten Felsmassen liegen aktuell auf einem bereits vorhandenen Geröllfeld. Dieses rutscht aufgrund des zusätzlichen Gewichts nun ebenfalls schneller talwärts – mit 5 bis 10 Metern pro Tag. Ein vollständiger Einsturz könnte das Dorf treffen und „schweren Schaden“ verursachen, so die Behörden.
Infrastruktur vorerst nicht in Gefahr
Kantonale Strassen und die Albula-Bahnlinie gelten weiterhin als nicht gefährdet. Wegen der minimalen Schneemenge und der trockenen Böden erwarten Fachleute derzeit keine Murgänge, die Verkehrswege erreichen könnten.










