Flammen, Panik – und ein Bild, das viele fassungslos zurücklässt.
Nach dem verheerenden Brand im Club Le Constellation in Crans-Montana verdichten sich die Vorwürfe gegen die Bar-Managerin.
Ein Video soll zeigen, wie sie mit einer vollen Kasse aus dem brennenden Gebäude flieht – während Dutzende Gäste um ihr Leben kämpfen.
Video belastet Bar-Managerin schwer
Die 40-jährige Managerin des Clubs Le Constellation steht im Zentrum der Ermittlungen nach der tödlichen Brandkatastrophe an Silvester in Crans-Montana. Bei dem Feuer kamen 40 Menschen ums Leben, weitere 119 wurden schwer verletzt.
Jessica Moretti soll laut Medienberichten gefilmt worden sein, wie sie das Lokal mit der Kasse des Abends verlässt, während sich das Feuer rasend schnell ausbreitet. Gäste hätten sie um Hilfe angefleht, während sie verschwand.
Laut dailymail.co.uk ermitteln die Schweizer Behörden bereits wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung gegen sie.
Ermittlungen gegen Betreiber-Ehepaar
Moretti erlitt selbst eine Verbrennung an einem Arm. Medien spekulieren, ob diese Verletzung entstand, als sie versuchte, die Kasse zu sichern. Ihr Ehemann Jacques Moretti (49) ist Besitzer der Bar, war jedoch in der Brandnacht nicht vor Ort.
Beide gelten als Verdächtige, wurden bislang aber nicht festgenommen. Am Freitag wurden sie von der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis befragt.
Die Ermittler prüfen unter anderem:
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ob Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden
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ob das Schallschutzmaterial an der Decke den Normen entsprach
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ob Notausgänge verschlossen waren
Ehemalige Angestellte berichteten von mangelhaften Sicherheitsstandards, eingeschlossenen Feuerlöschern und blockierten Fluchtwegen.
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Feuer entwickelte sich in Sekunden
Nach bisherigen Erkenntnissen entstand der Brand, als Angestellte mit Wunderkerzen bestückte Champagnerflaschen nahe der Decke schwangen. Das Feuer entwickelte sich offenbar zu einem sogenannten Flashover – ein extrem schneller Vollbrand, der innerhalb von Sekunden grosse Teile des Lokals erfasste.
Eine Flucht sei dadurch für viele Gäste nahezu unmöglich gewesen.
Betreiber zeigen sich „zutiefst erschüttert“
In einer gemeinsamen Erklärung erklärten Jessica und Jacques Moretti, sie seien „zutiefst erschüttert und voller Trauer“ und würden sich „in keiner Weise ihrer Verantwortung entziehen“. Man kooperiere vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden.
Der Besitzer betonte zudem, die Bar habe angeblich alle Sicherheitsvorschriften erfüllt – obwohl es in zehn Jahren nur drei Kontrollen gegeben habe.
Junge Opfer aus sieben Ländern
Die Tragödie forderte Opfer aus sieben Nationen, viele davon Jugendliche. 26 der Toten waren zwischen 14 und 18 Jahre alt. Einige konnten nur mittels DNA-Analysen identifiziert werden.
Unter den Opfern:
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Schweizer Jugendliche und junge Erwachsene
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italienische, französische, belgische, portugiesische und rumänische Staatsbürger
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mehrere Personen mit doppelter oder dreifacher Staatsbürgerschaft
Weitere 116 Menschen wurden verletzt, einige befinden sich weiterhin in Lebensgefahr.
Behörden räumen Versäumnisse ein
Fünf Tage nach dem Unglück räumte der Bürgermeister von Crans-Montana, Nicolas Feraud, ein, dass seit 2019 keine regelmässigen Sicherheitsinspektionen im Club durchgeführt worden seien.
„Wir übernehmen Verantwortung“, sagte Feraud. Ein Rücktritt sei für ihn dennoch kein Thema. Wunderkerzen seien inzwischen in allen Lokalen verboten worden.
Der Gemeinderat hat eine umfassende Überprüfung aller Betriebe in der Region angeordnet.










