Eine Nacht, die alles veränderte
Der Brand von Crans-Montana hat die Schweiz erschüttert.
Dutzende Schwerverletzte, viele mit lebensbedrohlichen Verbrennungen – und plötzlich war klar: Allein ist diese Katastrophe nicht zu bewältigen.
Innerhalb weniger Stunden griff ein europäischer Notfallmechanismus, der sonst nur bei grossen Katastrophen zum Einsatz kommt.
Schweiz bittet Europa um Hilfe
Nach der Erstversorgung aller Verletzten in Schweizer Spitälern stiessen die Kapazitäten für die langfristige Behandlung schwerer Brandverletzungen rasch an ihre Grenzen.
Die Schweiz ersuchte daraufhin über den Union Civil Protection Mechanism (UCPM) um internationale Unterstützung.
Laut babs.admin.ch konnten seit dem 2. Januar 2026 insgesamt 35 Patientinnen und Patienten aus der Schweiz in hochspezialisierte Kliniken im Ausland verlegt werden.
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35 Menschen in vier Länder gebracht
Die medizinisch dringlichen Verlegungen erfolgten am 2. und 3. Januar 2026:
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🇧🇪 7 Patientinnen und Patienten nach Belgien
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🇩🇪 7 nach Deutschland
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🇫🇷 15 nach Frankreich
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🇮🇹 6 nach Italien
Weitere drei Transporte nach Frankreich und Italien sind noch vorgesehen.
Unter den Verlegten befinden sich sowohl Schweizer Staatsangehörige als auch ausländische Betroffene.
Bei Schweizer Patientinnen und Patienten wurden Spitalplätze möglichst nahe zur Grenze, mit passender Sprache und familiären Bezügen priorisiert. Alle Transporte erfolgten mit Einwilligung der Angehörigen.
Hochkomplexe Rettungslogistik
Für die Verlegungen kamen Ambulanzflugzeuge und Rettungshelikopter mit hochspezialisierten medizinischen Teams aus:
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Italien
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Frankreich
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Rumänien
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Luxemburg
sowie der Rega zum Einsatz.
Zusätzlich unterstützen Burn Assessment Teams aus Frankreich und Italien die Schweizer Spitäler direkt in Lausanne und im Kanton Wallis.
Verbindungspersonen des European Emergency Response Coordination Center (ERCC) arbeiten zur Koordination bei der Nationalen Alarmzentrale in Bern.
Europa zeigt beispiellose Solidarität
Im Rahmen des UCPM boten über 20 Länder Unterstützung an – darunter:
Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Niederlande, Schweden, Norwegen, Rumänien, Portugal, Polen, Griechenland, Irland, Kroatien, Türkei und weitere.
Die meisten medizinisch dringlichen Verlegungen konnten bereits abgeschlossen werden.
Weitere Transporte erfolgen nun über reguläre Strukturen. Die Unterstützung über den UCPM bleibt für 90 Tage verfügbar.
Warum internationale Hilfe entscheidend ist
Ein Massenanfall von schwer verbrannten Menschen überfordert selbst hochentwickelte Gesundheitssysteme.
Deshalb sind solche Szenarien fester Bestandteil europäischer Katastrophenpläne.
In der Schweiz konnten dabei erstmals Prozesse angewendet werden, die im Rahmen des Nationalen Verbunds Katastrophenmedizin KATAMED bereits vorbereitet worden waren.










