Ein Traditionsname, ein Milliardenbetrag – und ein dramatischer Strategiewechsel.
BP trennt sich mehrheitlich von Castrol – und damit von einem wichtigen Kapitel seiner Konzerngeschichte.
Doch was bedeutet das für den Konzern, für die Branche – und für die Zukunft?
BP verkauft 65 % von Castrol – Nettoerlös: 6 Milliarden Dollar
Der britische Energieriese BP hat angekündigt, 65 Prozent seiner Schmierstofftochter Castrol an den US-Investmentfonds Stonepeak zu verkaufen.
Der Unternehmenswert von Castrol wurde dabei auf 10,1 Milliarden Dollar festgelegt. Der Nettoerlös für BP: rund 6 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.
„Der Betrag wird vollständig zur Reduktion der Schulden verwendet“, betonte BP in einer offiziellen Stellungnahme.
Der Deal soll Ende 2026 abgeschlossen werden.
Strategiewechsel: Zurück zu Öl & Gas
Der Verkauf ist Teil eines grösseren Umbruchs:
BP vollzieht eine Abkehr von seiner einst ambitionierten grünen Strategie – und fokussiert sich wieder stark auf das klassische Öl- und Gasgeschäft.
Bereits Anfang des Jahres hatte BP einen umfassenden Sanierungs- und Umbauplan vorgelegt. Die Eckpunkte:
Radikale Fokussierung auf Kernbereiche Öl & Gas
Kostensenkungen im grossen Stil
Tausende Stellen sollen abgebaut werden
Ziel: 20 Milliarden Dollar durch Verkäufe bis 2027 erzielen
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Übernahme durch Stonepeak
Der Käufer Stonepeak ist ein US-amerikanischer Investmentfonds mit Fokus auf Infrastruktur. Mit dem Kauf von Castrol stärkt er seine Position im Bereich Energie und Industrieprodukte – ein deutliches Zeichen für Renditeerwartungen im klassischen Energiesektor.
Führungswechsel bei BP: O’Neill übernimmt
Ein weiterer Meilenstein im BP-Umbruch ist der Wechsel an der Spitze:
Die US-Amerikanerin Meg O’Neill, aktuell CEO von Woodside Energy
Frühere Top-Managerin bei ExxonMobil
Wird im April 2026 offiziell BP-Chefin
Bis dahin wird der Konzern interimistisch von Carol Howle geführt, die auch den aktuellen Castrol-Deal mitverhandelt hat.
„Wir haben inzwischen mehr als die Hälfte unseres gezielten Desinvestitionsprogramms abgeschlossen oder angekündigt“, so Howle.
Börse reagiert verhalten
An der Londoner Börse stieg die BP-Aktie leicht an.
Der Gesamtmarkt blieb allerdings stabil – die Anleger werten den Deal als Teil eines berechenbaren, wenn auch kontroversen Kurses.
Von Klimazielen zurück zur Ölstrategie – BP sortiert sich neu.
Der Verkauf von Castrol ist ein klares Signal: Konzerninteressen vor Nachhaltigkeit?










