Die Hitzewelle 2026 macht nicht nur den Menschen zu schaffen – sie verwandelt beliebte Badeseen in gefährliche Fallen. Im Lago Maggiore wurden Blaualgen entdeckt. Die Tessiner Behörden schlagen Alarm. Was gilt jetzt – und wer darf überhaupt noch ins Wasser?
Das Wichtigste in Kürze
- Blaualgen erstmals bei Muralto TI im Lago Maggiore festgestellt
- Weitere Uferabschnitte könnten ebenfalls betroffen sein
- Kleinkinder & Menschen mit empfindlicher Haut: vom Baden abgeraten
- Hunde und Haustiere: unbedingt vom Wasser fernhalten
- Nur in klarem, unverfärbtem Wasser schwimmen
- Bei Vergiftungssymptomen: Tox Info Suisse 145 anrufen
Warnung aus dem Tessin: Behörden schlagen Alarm
Die ersten Blaualgen wurden am Donnerstag bei Muralto TI festgestellt – das teilte das Tessiner Departement für Gesundheit und Soziales mit. Es sei nicht ausgeschlossen, dass auch weitere Uferabschnitte betroffen sein könnten. Die Behörden rufen die Bevölkerung auf, nur in klarem Wasser zu schwimmen und den Kontakt mit sichtbaren Blaualgen-Ansammlungen zu meiden. Auch die Kantone Solothurn und Neuenburg bitten um besondere Vorsicht. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Die Hitzewelle hat die Wassertemperaturen auf Rekordwerte getrieben. Die Aare in Bern mass am Samstag 24,1 Grad – ein Allzeit-Rekord. Genau bei Temperaturen ab 20 Grad beginnen Blaualgen, sich deutlich zu vermehren.
Was sind Blaualgen überhaupt?
Blaualgen sind eigentlich keine Algen, sondern Bakterien. Fachleute sprechen von Cyanobakterien – der Name ist historisch bedingt. Sie kommen in fast allen Gewässern vor und sind meist unproblematisch. Zum Problem werden sie bei einer Massenvermehrung: einer sogenannten Blaualgenblüte. Das passiert bei lang anhaltend hohen Temperaturen, viel Sonnenschein und geringem Windaufkommen – genau die Bedingungen, die die Schweiz gerade erlebt.
Wie gefährlich sind Blaualgen für Menschen?
Milde Symptome wie Hautausschläge und gerötete Augen können bereits ab 20’000 Cyanobakterien-Zellen pro Milliliter auftreten. Ab 100’000 Zellen pro Milliliter können Atembeschwerden und grippeähnliche Symptome auftreten. Wirklich gefährlich wird es erst bei sehr hohen Konzentrationen: Das kann zu Vergiftungssymptomen wie Übelkeit und Durchfall führen. Für Kleinkinder, Schwangere und Menschen mit empfindlicher Haut gilt: Im Zweifelsfall lieber nicht ins Wasser.
Besondere Gefahr für Hunde
Hunde sind deutlich stärker gefährdet als Menschen. Sie nehmen Blaualgen nicht nur durch das Trinken auf, sondern auch wenn sie sich Fell oder Pfoten ablecken. Im August 2021 starben im oberen Becken des Zürichsees acht Hunde, weil sie Blaualgen geschluckt hatten. Hunde niemals aus stehenden oder trüben Gewässern trinken lassen. Nach dem Baden das Fell sofort gründlich auswaschen.
So erkennst du Blaualgen
| Anzeichen | Details |
| Trübes, grün verfärbtes Wasser | Deutlichstes Erkennungszeichen |
| Ölartige Schmieren an der Oberfläche | Grün, blaugrün oder bräunlich |
| Grünlicher Belag an Ufersteinen | Blauschwarze Verfärbung möglich |
| Muffiger, erdiger Geruch | Unnatürlicher Geruch am Wasser |
| Grüne Teppiche an der Oberfläche | Besonders bei Windstille sichtbar |
Was tun bei Kontakt?
- Sofort duschen und Badekleider ausziehen und waschen
- Hundefell gründlich auswaschen – bevor das Tier sich ableckt
- Bei Vergiftungssymptomen: Tox Info Suisse 145 anrufen
- Notarzt 144 bei schweren Symptomen wie Atemnot oder Bewusstlosigkeit






