Der Bitcoin ist auf den höchsten Stand seit Ende Januar gestiegen. Die Kryptowährung wurde zeitweise bei mehr als 85’000 US-Dollar gehandelt. Für den Kursanstieg werden unter anderem hohe Zuflüsse in Bitcoin-ETFs, Entwicklungen in der US-Kryptopolitik sowie eine Entspannung an den geopolitischen Märkten genannt.
Bitcoin legt deutlich zu
Auf der Handelsplattform Bitstamp wurde ein Bitcoin zeitweise für 85’248 US-Dollar gehandelt. Damit lag der Kurs fast fünf Prozent über dem Wert des Vortages und erreichte den höchsten Stand seit Ende Januar.
Laut GMX verwiesen Marktbeobachter neben technischen Faktoren auch auf eine zuletzt geringere Sorge vor einer weiteren Eskalation in der Golf-Region. Die Aussicht auf einen zunächst ausgebliebenen US-Vergeltungsschlag habe bei Anlegern für Erleichterung gesorgt. Zuvor hatten Befürchtungen über eine Eskalation und mögliche Auswirkungen auf die Energiemärkte auch risikoreichere Anlagen wie Kryptowährungen belastet.
Der aktuelle Kursanstieg kommt nach einer längeren Schwächephase. Vom Rekordhoch von mehr als 126’000 US-Dollar im Oktober 2025 hatte der Bitcoin zwischenzeitlich mehr als 30 Prozent verloren.
Bitcoin-ETFs verzeichnen hohe Zuflüsse
Eine wichtige Rolle beim jüngsten Anstieg spielen offenbar die Bitcoin-Spot-ETFs in den USA. Nach Angaben von Bloomberg flossen am vergangenen Donnerstag und Freitag insgesamt rund 593 Millionen US-Dollar in entsprechende Fonds.
Analyst Timo Emden von Captrader führt das aktuelle Momentum unter anderem auf das institutionelle Interesse, die Zuflüsse in Bitcoin-Spot-ETFs und regulatorische Entwicklungen in den USA zurück. Damit treffen derzeit mehrere Faktoren aufeinander, die den Markt für die Kryptowährung beeinflussen.
Auch die US-Börsenaufsicht SEC hat zuletzt eine befristete Ausnahmeregelung für den Handel mit Wertpapieren bekanntgegeben, die auf Blockchain-Technologie basieren und reale Vermögenswerte abbilden.
US-Kryptopolitik bleibt ein Faktor
Gleichzeitig bleibt die regulatorische Entwicklung in den USA ein wichtiger Unsicherheitsfaktor für den Kryptomarkt. Der sogenannte Clarity Act war im US-Senat gescheitert. Das Gesetz hätte die regulatorischen Rahmenbedingungen für Krypto-Plattformen neu ordnen sollen.
Während einige Vertreter der Branche das Scheitern als verpasste Möglichkeit für mehr Rechtssicherheit bewerteten, reagierten andere Marktteilnehmer erleichtert. Befürchtungen über zusätzliche Kontroll- und Regulierungsvorgaben sind damit zumindest vorerst nicht umgesetzt.
Leerverkäufe verstärken die Bewegung
Neben den fundamentalen und regulatorischen Faktoren dürfte auch das Verhalten spekulativer Anleger zum Kurssprung beigetragen haben. Nach Einschätzung von Emden mussten Anleger, die auf fallende Bitcoin-Kurse gesetzt hatten, ihre Leerverkaufspositionen teilweise schliessen.
Durch solche sogenannten Short-Squeezes können Kursbewegungen zusätzlich verstärkt werden. Werden Leerverkaufspositionen geschlossen, müssen die entsprechenden Bitcoin gekauft werden, was den bestehenden Aufwärtsdruck weiter erhöhen kann.
Ob der Bitcoin den jüngsten Anstieg nachhaltig fortsetzen kann, hängt unter anderem von den weiteren ETF-Zuflüssen, der Entwicklung der US-Regulierung sowie der allgemeinen Risikobereitschaft an den Finanzmärkten ab.
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