Bio ist beliebt – aber oft deutlich teurer
Immer mehr Menschen greifen bewusst zu Bio-Lebensmitteln. Doch an der Kasse fällt der Preisunterschied häufig deutlich aus.
Sind diese Aufschläge gerechtfertigt oder bezahlen Konsumentinnen und Konsumenten mehr, als nötig wäre? Genau darüber wird derzeit intensiv diskutiert.
Preisüberwacher sieht hohe Margen
Auswertungen des Vereins Faire Märkte Schweiz (FMS) zeigen, dass Bio-Produkte teilweise deutlich mehr kosten als konventionelle Lebensmittel.
Ein Beispiel:
- Bio-Äpfel kosteten im ersten Quartal 2026 mehr als doppelt so viel wie herkömmliche Äpfel.
Auch Preisüberwacher Stefan Meierhans sieht Unterschiede.
Zwar seien die Preise laut seiner Untersuchung nicht missbräuchlich, dennoch seien die Bruttomargen bei Bio-Produkten häufig höher als bei konventioneller Ware.
Die zentrale Frage lautet:
Schöpfen Detailhändler die höhere Zahlungsbereitschaft der Kundschaft aus?
Coop und Migros widersprechen
Die Detailhändler weisen den Vorwurf zurück.
Sie betonen, dass Bio-Produkte höhere Kosten verursachen – vom Bauernhof bis ins Ladenregal.
Coop nennt unter anderem:
- höhere Einkaufspreise für Knospe-Produkte
- aufwendigere Verarbeitung
- getrennte Lagerung
- zusätzliche Qualitätsanforderungen
Migros verweist zusätzlich auf:
- mehr Handarbeit in der Landwirtschaft
- weniger zugelassene Hilfsmittel
- strenge Kontrollen und Zertifizierungen
- getrennte Verarbeitung von Bio- und konventioneller Ware
Nach Ansicht der Händler spiegeln die Preise deshalb den tatsächlichen Mehraufwand wider.
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Wie viel erhalten die Produzenten?
Die Auswertungen zeigen auch, welcher Anteil des Verkaufspreises bei den Produzenten ankommt.
Beispiele:
- Äpfel: 41,4 %
- Bio-Äpfel: 42,9 %
- Karotten: 79,6 %
- Bio-Karotten: 65,7 %
- Kartoffeln: 46,2 %
- Bio-Kartoffeln: 37,7 %
- Schweinsnierstück: 12,0 %
- Bio-Schweinsnierstück: 17,2 %
Die Unterschiede fallen je nach Produkt sehr unterschiedlich aus.
Warum Bio oft mehr kostet
Für Bio-Produkte entstehen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusätzliche Kosten.
Dazu gehören:
- aufwendigere Produktion
- geringere Erträge
- mehr Handarbeit
- strengere Vorschriften
- unabhängige Kontrollen
- separate Lagerung und Logistik
Diese Mehrkosten werden laut den Detailhändlern teilweise an die Kundschaft weitergegeben.
Preisüberwacher bleibt aufmerksam
Auch wenn der Preisüberwacher derzeit keinen Missbrauch erkennt, will er die Entwicklung weiter beobachten.
Vor allem die höheren Margen bei Bio-Produkten bleiben im Fokus.






