Ein Wortgefecht mit Seltenheitswert: Während einer Rede auf dem politischen Festival Atreju geriet Bildungsministerin Anna Maria Bernini mit protestierenden Medizinstudierenden aneinander. Die Szene endete in einem emotionalen Schlagabtausch – und mit tosendem Applaus des Publikums.
Protest bei Atreju: „Wir können das nicht mehr ertragen!“
Während ihrer Rede auf dem Festival Atreju, das traditionell von der italienischen Rechten veranstaltet wird, wurde Ministerin Anna Maria Bernini von einer kleinen Gruppe Medizinstudierender unterbrochen. Die jungen Demonstrierenden protestierten lautstark gegen die Reform der medizinischen Fakultät und das sogenannte Filtersemester, das ihrer Meinung nach den Studienfortschritt massiv gefährdet.
„Wir können das nicht mehr ertragen! Mit dem Filtersemester riskieren wir, ein ganzes Jahr zu verlieren!“, riefen sie der Ministerin entgegen.
Bernini reagierte umgehend – und scharf: „Wisst ihr, was Premierminister Berlusconi immer gesagt hat? Ihr seid doch nur arme Kommunisten.“ Sie stieg von der Bühne, um sich direkt an die Protestierenden zu wenden, und fügte hinzu: „Bevor ihr protestiert, lasst mich sprechen. Das beweist eure Nutzlosigkeit.“
Laut ansa.it ging Bernini noch weiter und stellte den Demonstrierenden provokant die Frage: „Wäre es euch lieber gewesen, 30.000 Euro zu zahlen?“ Damit spielte sie auf die hohen Kosten privater Universitäten an, die viele Studierende nicht tragen könnten.
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„Chaos-Strategie der Studierenden“
Die Ministerin verteidigte ihre Bildungspolitik mit konkreten Zahlen: „Ich habe 9,4 Milliarden Euro in die Universität und über 800 Millionen in Stipendien investiert.“ Zugleich warf sie den Studierenden vor, Teil einer „Chaos-Strategie“ zu sein: „Sie reden, aber hören nicht zu. Ich mache mir Sorgen, wenn eine politische Partei ihnen nachplappert.“
Das Publikum in Atreju reagierte mit langanhaltendem Applaus und stellte sich demonstrativ hinter die Ministerin.
Fehler im Physiktest: Bernini räumt ein
Im Anschluss an ihre Rede ging Bernini auch auf einen aktuellen Skandal ein: den fehlerhaften Physiktest im zweiten Semester des Medizinstudiums. „Es stimmt, es gab zwei Fehler im Test, und wenn die zweite Frage falsch ist, gibt es einen Punkt Abzug für alle. Der Physiktest beginnt also bei einem Punkt. Es stimmt, es gab einen Fehler im Dokument“, erklärte sie am Rande ihrer Rede.
Damit bestätigte die Ministerin erstmals offiziell, dass es Probleme bei der Bewertung gegeben hatte – eine Information, die für viele Studierende entscheidend ist, da sie ihre Prüfungsleistungen beeinflusst.










