Ein Schritt zurück – oder nur Pause vor dem Sturm?
Es klingt nach einer Entspannung im Schatten des Krieges.
Doch hinter den Kulissen bleibt die Lage explosiv.
Belarus soll zentrale Relaispunkte für russische Drohnen deaktiviert haben – ein Schritt, der vieles verändern könnte, aber nichts garantiert.
Relaisstationen im Fokus des Drohnenkriegs
Warum diese Anlagen so wichtig sind
Die betroffenen Systeme in den Regionen Gomel und Brest gelten als entscheidend für die Steuerung russischer Schahed-Drohnen.
Sie ermöglichen:
- stabilere Funkverbindungen über grosse Distanzen
- präzisere Zielsteuerung
- erweiterte Reichweite im Norden der Ukraine
Ohne diese Infrastruktur könnten Angriffe technisch erschwert werden – zumindest teilweise.
Ultimatum aus Kiew sorgt für Druck
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Belarus zuvor öffentlich unter Druck gesetzt und eine Frist gesetzt.
Kurz darauf hiess es, die Relaispunkte seien seit dem 22. Juni nicht mehr aktiv.
Eine unabhängige Bestätigung fehlt allerdings bisher.
Laut GMX beruft sich diese Darstellung vor allem auf ukrainische Angaben und bleibt daher schwer überprüfbar.
Moskau reagiert scharf
Der Kreml weist die Vorwürfe entschieden zurück.
Sprecher Dmitri Peskow sprach von einer „aggressiven Einmischung“ in die Souveränität eines Staates.
Auch der russische Präsident Wladimir Putin und der belarussische Machthaber sollen die Lage bald besprechen.
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Zwischen Beschwichtigung und Aufrüstung
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko zeigt sich derzeit widersprüchlich:
Einerseits:
- Gespräche über Frieden
- versöhnliche Signale Richtung Ukraine
- rhetorische Distanzierung vom Krieg
Andererseits:
- steigende Militärausgaben
- Ausbau der Armee
- stärkere Propaganda im Inland
Experten warnen deshalb vor einer schleichenden Militarisierung.
Droht Belarus wirklich der Kriegseintritt?
Militärexperten sehen die Lage differenziert.
Die belarussische Armee gilt als vergleichsweise klein und wenig kampferprobt. Dennoch steigt das Risiko durch politische Dynamik und russischen Einfluss.
Einschätzung eines Experten
Ein Analyst beschreibt die Streitkräfte als „schwach, unerfahren und klein“.
Gleichzeitig bleibt offen, ob Moskau Belarus stärker in den Krieg ziehen will.
Russland und Belarus: Eine riskante Abhängigkeit
Für Russland ist Belarus strategisch wichtig:
- Treibstofflieferungen aus belarussischen Raffinerien
- Rüstungsproduktion für die russische Armee
- logistische Rolle seit Kriegsbeginn
Ein direkter Kriegseintritt würde diese Infrastruktur jedoch gefährden – ein Risiko, das bisher offenbar vermieden wird.
Militärische Spannung bleibt hoch
Trotz möglicher Deeskalationssignale bleibt die Region ein Unsicherheitsfaktor.
Belarus diente bereits 2022 als Aufmarschgebiet für den Angriff auf Kiew. Zudem sind russische Atomwaffen im Land stationiert.
Ob die Abschaltung der Relaisstationen wirklich ein Wendepunkt ist, bleibt offen.






