Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) hat das Baugesuch für die Sanierung und Erweiterung der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern eingereicht. Die Nationalbibliothek und das Bundesamt für Kultur ziehen deshalb bis Ende November 2026 schrittweise an einen provisorischen Standort. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme der erneuerten Bibliothek nach aktuellem Planungsstand für 2034.
Nationalbibliothek soll moderner und offener werden
Grundlage des Bauvorhabens ist das Siegerprojekt «NATBIB» aus dem Studienauftrag von 2023. Entwickelt wurde es von der Arbeitsgemeinschaft Christ & Gantenbein Architekten aus Basel und Drees & Sommer Baumanagement aus Zürich.
Das Projekt sieht einen sorgfältigen Umgang mit der bestehenden Bausubstanz vor und soll gleichzeitig die Anforderungen an eine moderne Nationalbibliothek erfüllen. Die Schweizerische Nationalbibliothek sammelt, erschliesst, erhält und vermittelt die sogenannten Helvetica – Texte, Bilder und Töne mit Bezug zur Schweiz.
Mit der geplanten Transformation soll die Bibliothek stärker zu einem öffentlich zugänglichen Ort für Forschung, Wissen, Inspiration und gesellschaftlichen Austausch werden. Insbesondere das Erdgeschoss soll künftig als Forums- und Begegnungszone stärker für das Publikum geöffnet werden.
Sanierung und unterirdische Erweiterung
Das Bauprojekt umfasst die Sanierung des bestehenden Gebäudeensembles an der Hallwylstrasse 15 in Bern aus dem Jahr 1931. Zusätzlich ist eine unterirdische Erweiterung vorgesehen.
Unter anderem soll das Tragwerk des Gebäudes ertüchtigt und die Erdbebensicherheit verbessert werden. Auch die raumklimatischen Bedingungen werden optimiert. Gleichzeitig soll die baukulturelle Qualität des bestehenden Gebäudes erhalten bleiben.
Der Bücherturm bleibt weiterhin der klassischen Bibliotheksnutzung vorbehalten. Ergänzend entstehen neue Flächen für Ateliers, Spezialarbeitsbereiche sowie für die Digitalisierung und Logistik der Bestände.
Sämtliche Eingriffe sollen eng mit der Denkmalpflege abgestimmt werden.

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Lesesaal im Bücherturm — © Christ & Gantenbein
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Nationalbibliothek zieht vorübergehend um
Wegen der bevorstehenden Bauarbeiten verlegen die Schweizerische Nationalbibliothek und das Bundesamt für Kultur ihren Betrieb vorübergehend an die Monbijoustrasse 72–74 in Bern. Der Umzug erfolgt etappenweise und soll bis Ende November 2026 abgeschlossen sein.
Während der letzten Umzugsphase bleibt die Nationalbibliothek vom 2. bis 29. November 2026 für das Publikum geschlossen. Anschliessend soll der Betrieb am provisorischen Standort weitergeführt werden.
Parlament muss Verpflichtungskredit bewilligen
Für die Umsetzung des Projekts ist ein Verpflichtungskredit von 211,7 Millionen Franken vorgesehen. Dieser wird mit der Immobilienbotschaft 2026 beim Parlament beantragt.
Der Baubeginn ist für 2027 geplant. Nach aktuellem Planungsstand soll die sanierte und erweiterte Schweizerische Nationalbibliothek im Jahr 2034 wieder vollständig in Betrieb genommen werden.
Das Bauvorhaben soll damit nicht nur die bauliche Substanz des historischen Gebäudes sichern, sondern auch die Voraussetzungen für eine zeitgemässe Nutzung und eine stärkere Öffnung der Nationalbibliothek für die Öffentlichkeit schaffen.






